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Zweiter Band.
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Einundi'ünfzigstes Kapitel.

Ursachen vorzuziehen, da letztere «einen Kräften und Bedürl-nissen sich weniger anpassen. Die theologische Philosophie konnteselbst in der ersten Kindheit des Einzelnen oder der Gesellschaft,niemals eine allgemeine werden; hei allen Arten von Vorgängen galtendie einfachsten und gewöhnlichsten Thatsachen immer als natür-lichen Gesetzen unterliegend, und nicht als von den Willen über-natürlicher Wesen abzuleiten. Adam'Smith hat in einem seiner |philosophischen Essays sehr schön gesagt, dass sich zu keiner Zeitund in keinen Lande ein Gott für die Schwere finde.

Weder der Einzelne noch die Gesellschaft hätte jemals eineVoraussicht gewinnen können, so lange alle menschlichen Vor-gänge übernatürlichen Wesen zugeschrieben wurden, denn bisdahin war das Gebet logisch, als das einzige Hiilfsmittel festgestellt,welches auf den Gang des menschlichen Handelns einen Einfluss übenkonnte. Vielmehr hat das Hervortreten der ersten Naturgesetze beiindividuellen oder sozialen Handlungen in seiner fälschlichen Ueber-tragung auf alle Vorgänge der äusseren Welt zunächst zu dem Prim jzip der theologischen Philosophie geführt.

Der Keim der positiven Philosophie ist daher ebenso ursprüng-lich wie der der theologischen Philosophie, obgleich derselbebei jener sich nur viel später entwickeln konnte. Eine solcheAuffassung ist für die Vernünftigkeit meiner soziologischen Lehrevon Wichtigkeit. Da das menschliche Leben nirgends auf eineErschaffung führt, sondern nur auf eine einfache Entfaltung, 80würde in der That die Entwickelung des positiven Geistes wissen-schaftlich unbegreiflich sein, wenn nicht vom Anfänge ab dieSpuren davon erkennbar wären. Je mehr sich von diesem Anfangaus die Beobachtungen ausdehnten und verallgemeinerten, um 80mehr hat dieser Geist, von einem kaum bemerkbaren Anfänge an 8 'stetig und beständig, ohne lange in der Unterordnung zu ver-harren, einen zwar langsamen aber anhaltenden Fortschritt g e "nommen, während die theologische Philosophie auf die immer we-niger werdenden Vorgänge beschränkt wurde, deren Gesetze mannoch nicht erkannt hatte.

Die geistigen Schwankungen bilden die Hauptkrankheit unser eSZeitalters; man fürchtet jede bestimmte Meinung, weil man nicb^weiss, auf welcher Grundlage man sie aufrichten soll. Auch möchte