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Zweiter Band.
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165
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ZweiundfünfssigHte» Kapitel.

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Der Glaube an unsichtbare Götter, unterschieden von denKörpern, die ihnen unterworfen sind, hat im Zeitalter des Poly-theismus hauptsächlich das schnelle Anwachsen eines Priester-thums veranlasst, welches eine überwiegend hohe soziale Bedeutunghatte, indem es die nöthige Vermittelung zwischen den Gläubigenund seinen Gottheiten übernahm. Der Fetischglaube braucht keinesolche Vermittelung. Es zeigen sich deutliche Spuren von diesemCharakter der ursprünglichen Kulte selbst in der völligen geistigenUnd sozialen Ausbreitung des griechischen und römischen Poly-theismus. So gab es z. B. eine Anbetung der Laren und Penatenoder Hausgötter, in denen sich der reine Fetisch dienst zeigt undderen Verehrung nach dem Unterschied der Familien ohne priester-liche Dazwischenkunft geschah; indem jeder Gläubige oder wenig-stens jedes Familienhaupt hier eine Art von Priester geblieben war.

Indess ist der Fetischdienst nicht ganz unverträglich mit demEntstehen einer Priesterklasse, wie die Gewerbe der Wahrsager undSpringer bei mehreren schwarzen Völkerschaften zeigen. Der Fetisch-dienst ist dann zur Sternanbetung gelaugt, welche seinen vollkommen-sten Grad darstellt und unter welcher sich seine Umbildung in denPolytheismus vollzieht. Diese bedeutende, aber langsam sich voll-lobende Gestaltung geht auf eine Entwickelung des Priesterthums.Eie Sterne haben einen Charakter von Allgemeinheit, wodurch sie&omeinsame Fetischgötter werden können. Wenn die unzugäng-liche Stellung dieser Fetischgötter genügend erkannt ist, zeigt sichdas Bedürfniss nach Vermittlern. Diese grössere Allgemeinheit unddiese schwierigere Zugänglichkeit bilden die beiden Kennzeichen, die,ohne die Natur des Fetischdienstes zu ändern, die Anbetung derGestirne zu einem organisirten Kultus und einer besonderen Priester-herrschaft geführt haben, ohne welche die politische Entwickelungni cht hätte erfolgen können.

Man hat mit Unrecht die Verehrung der Gestirne als eine

der Erniedrigung verurtheilen wollen, allein das Aufkommen^ er Sternanbetung ist nicht blos ein Zeichen, sondern ein gewal-hges Mittel für den sozialen Fortschritt der betreffenden Zeit und^ später ist seine lange Dauer zu einem Hemmniss geworden.^ musste eine lange Zeit verfliessen, ehe die Anbetung der Ge-^iine das Uebergewickt über die anderen Zweige des Fetisch-