Band 
Zweiter Band.
Seite
182
JPEG-Download
 

182

Dreiundfünfzigstes Kapitel.

welche sich mit festen Regeln nicht vertragen konnten. Indesswurde gerade dadurch, dass der einzelne Körper nicht geradezuvergöttlicht wurde, das Einzelne und Nebensächliche der Vorgängedem wissenschaftlichen Geiste zugänglich, indem mau sie bis zueinem gewissen Grade nun beobachten konnte ohne den theo-logischen Begriff herbeizurufen, welcher damals sich auf ein voi»Körper getrenntes Wesen bezog, was sich beinahe immer von ihu 1entfernt aufhielt. Unter dem Fetischglauben war diese Trennungunmöglich. Auch hat der Polytheismus in seiner vollen Ent-wickelung unter dem Namen von Schicksal oder Fatum einen B®"griff eingeführt, welcher für die Unveränderlichkeit der Natur-gesetze eine Stütze abgeben konnte.

In der Kindheit der menschlichen Vernunft erschienen <h eeinzelnen Vorgänge unregelmässiger, als unser jetziger geistige 0Zustand es voraussetzen kann. Doch hatte der Polytheismus durchdie Vielheit seiner Götter das Ziel so weit überschritten, dass erdem Grade von Regelmässigkeit entgegen trat, welcher aus derPrüfung der äusseren Weit sich ergab. Eine solche Philosoph^musste, wenn sie ihre Natur bewahren wollte, um Alles zu ver-söhnen, eine Ergänzung hinzufugen, indem sie einen besonder 0Gott für das Unveränderliche erschuf, dessen Uebergewicht Götter, trotz ihrer eigenen Unabhängigkeit, anerkennen musste 0.In dieser Weise bildet der Begriff des Schicksals eine Berichtigungdes Polytheismus; er hatte dem Prinzip der Unveränderlichkeit de fNaturgesetze einen Platz verschafft, indem er die von ihm eing eführten zahlreichen Willen einigen festen, allerdings sehr dunkle 0Regehi unterordnete. Er hatte diese Regelmässigkeit selbstdie moralische Welt geheiligt, welche ihm, wie jeder andern The°logie als Ausgangspunkt für die physische Welt galt. Jede GoBheit bewahrte, mitten unter ihrem ungeregelten Eigensinn, sel° kin den erhabensten Schöpfungen der alten Poesie, immer ih relJeignen Charakter.

Der Polytheismus suchte das philosophische Nachdenkenerwecken, indem er zuerst zwischen allen seinen Ideen ein B°°einführte, welches trotz seiner chimärischen Natur doch von h°h e ^cWerthe war. Die Auffassungen haben seit dieser Epoche niem a ^in demselben Maasse den Charakter der Einheit in der Methode u°