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Dreiundfünfzigstes Kapitel.
nach den Gesetzen der menschlichen Organisation das Gefühl desSchönen mit dem Sinn für das Wahre und der Liebe für das Gute
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vereint. I
Nach dieser Darlegung des Polytheismus in wissenschaftlicherund ästhetischer Hinsicht habe ich dessen Einfluss auf die indu-strielle Entwickelung zu prüfen. Der Fetischglaube, welcher den !Stoff vergöttlichte, konnte ohne eine Art gotteslästerlicher Inkon- |sequenz darin keine Aenderung zulassen; dagegen untersagte derPolytheismus, welcher jede Gottheit von den, ihrem Reich unter-worfenen Körpern trennte, nicht mehr die willkürliche Veränderungder äusseren Welt, ja er steigerte die Eigenthümlichkeit jedertheologischen Philosophie auf den höchsten Grad durch Vermischungder übernatürlichen Wirksamkeit mit den meisten menschlichenUnternehmungen, wobei die Organisation eines mächtigen Priester-thums dessen Einfluss regelte. Endlich gewährten die vielen Götterdurch deren wechselseitige Feindschaften prächtige Hülfsmittel, umdie der Industrie feindliche Stimmung, welche mit dem religiösen |Geist mehr oder weniger immer verbunden ist, aufzuheben. Ohneein solches von der priesterlichen Autorität angewandtes Mittelwürde der Glaubenssatz des Fatums, den der Polytheismus nichtentbehren kann, den Aufschwung der Industrie gehemmt haben.
Der Krieg war damals die Hauptbeschäftigung des Menschen.Man würde deshalb die alte Industrie sehr fälsch beurtheilen, wennman die Künste, welche einen kriegerischen Endzweck hatten, jnicht beachtete. Die ersten Werkzeuge waren die Waffen. Währendeiner langen Reihe von Jahrhunderten war man mit Einrichtungund Verbesserung kriegerischer Werkzeuge beschäftigt und dieseAnstrengungen sind für den Fortschritt der Industrie nicht ganznutzlos gewesen, denn sie hat davon oft ganz glückliche Andeu-tungen entnommen. In dieser Hinsicht bildet der soziale Zustandim Alterthum das Gegentheil unsers modernen Zustandes. 1®Alterthum bezogen sich die grössten industriellen Anstrengungenwesentlich auf den Krieg, welcher hier Raum für die grösstenSchöpfungen gewährte, namentlich bei der Kunst der Belagerung’
In neuerer Zeit ist dagegen das System der Waffen verhältnis-mässig weniger vervollkommnet, wie bezüglich des entsprechendenindustriellen Zustandes bei den Griechen und Römern.