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Dreiundfünfzigstes Kapitel.
absoluten Herrschaft, die ebensowohl weltlich wie geistlich seinsollte, und nicht blos über die Meinungen und Sitten, sondern auchüber die Handlungen und praktischen Angelegenheiten. Die Philo-sophen dachten ebensowenig wie der Kaiser, das moralische undpolitische Regiment zu trennen, und diese Täuschung war vielleichtnothwendig für die Erhaltung ihres spekulativen Eifers. So befandsich der philosophische Einfluss in einer verhüllten, aber stetenEmpörung gegen ein politisches System, wo alle sozialen Gewaltenin den Händen kriegerischer Gewalthaber sich befanden. Die Philo-sophen strebten nur nach einer Art von philosophischer Theokratie,während sie doch zur Bildung einer monotheistischen geistlichenGewalt mithalfen. Man liess in freisinniger Weise mitten unterden griechischen Völkern eine Klasse von unabhängigen Denken 1bestehen, welche keine regelmässige Aufgabe hatten, aber alsgeistige und moralische Führer im Leben der Einzelnen und derGemeinschaften sich ausgaben. Dies war der Keim der spätere»geistlichen Gewalt. In dieser Weise nahm die griechische Civil 1 'sation an der Gründung dieser bedeutenden Macht Theil.
Rom wollte bei seiner Eroberung der Welt keineswegs dei»Regiment entsagen, welches die Körperschaft der militärischen Be-fehlshaber zum Inhaber der priesterlichen Gewalt machte; alle 1 »trotzdem half es die Bildung einer geistlichen Gewalt mit vorb»'reiten, die unabhängig von der weltlichen Herrschaft war; den»schon die Ausdehnung einer solchen Herrschaft musste ergebe»'dass es unmöglich war, durch eine blos weltliche Centralisatio»die Gemeinschaft zwischen so verschiedenen und entfernten Partiee»aufrecht zu erhalten. Endlich entsprang aus der römischen Her r 'schaft auch das Bediirfniss nach einer universellen Moral, welch 0Völker vereinigen konnte, die so zu einem gemeinsamen Lebe»genöthigt waren und doch wegen ihrer polytheistischen Mo 1 »einander hassten. So hat die politische Bewegung ebenso, wie <h ephilosophische dazu beigetragen, dass aus der polytheistischen Ent-wickelung die geistliche Organisation hervorging, welche den wese»*liehen Charakter des Mittelalters bildet.
Um darzulegen, dass bei dieser Entwickelung nichts Zufällig 63war, bemerke ich noch, dass man sogar bestimmen kann, in welch» 1 "römischen Provinz sie beginnen musste. Die Initiative musste de»