Vierundftmfzigstes Kapitel.
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fleschichte. Der Katholizismus knüpfte sich auf der einen Seite an'las römische Regiment an, auf der anderen Seite an die griechi-Sc he Philosophie und durch den Judaismus selbst an die ältestenTheokratien. Seit seinem Entstehen hat er eine stetige Bethei-%ung an den wichtigsten Angelegenheiten der Menschen ge-kommen. Die Geschichte dieser Kirche bildet daher eine Artbeschichte der Menschheit vom sozialen Gesichtspunkte aus. DieT-nge eines solchen Gesichtspunktes wurde durch die Einheit derAuffassung ausgeglichen. Es ist nicht zu verwundern, dass derUrsprung der allgemeinen historischen Untersuchungen dem edlenbenie des modernen Katholizismus zu verdanken ist. Die regel-lässig gepflegten Studien und Erwägungen dieser Art gewährteäen geistlichen Denkern eine politische Ueberlegenheit inmittenoiner unwissenden weltlichen Aristokratie, von denen die Mehrzahl^tter Mitglieder eine historische Wichtigkeit nur für die Genealogie^es Hauses empfand.
Endlich möchte ich noch auf die vortreffliche Disziplin hin-^ßisen, durch welche der Katholizismus in der Zeit seiner Grösseerfolgreich die politischen Gefahren des religiösen Geistes ver-ludert hat, indem er mehr und mehr das Vorrecht übernatür-licher Eingebung beschränkte. Die Neigung zu unbestimmtenu kd willkürlichen Störungen bei Individuen oder Gemeinschaften"kude durch den Polytheismus verstärkt, bei dem immer irgendfcl ke Gottheit bereit war, irgend eine Eingebung zu beschützen.T*er Monotheismus hat diesem Zustande einen gewissen AufschwungSrfassen, wie das Beispiel der Juden zeigt, die von Propheten und® e geisterten überschwemmt waren; dagegen hat der Katholizismuseiner zu wenig geschätzten Weisheit das Recht der unmittel-ar en übernatürlichen Eingebungen beschränkt, indem er es nurAusnahmsweise gelten liess, und mehr und mehr auf besondersWählte einschränkte. Diese Sitte reduzirte sich auf das noth-^ondiggte, seitdem alle göttlichen Mittheilungen im Prinzip der°chsten geistlichen Autorität Vorbehalten worden sind. Die päpst-1( die Unfehlbarkeit, welche so bitter am Katholizismus getadelti bildete in dieser Beziehung einen grossen geistigen undRialen Fortschritt. Sie war überdem nothwendig, denn sie bildetele religiöse Bedingung der obersten Gerichtsbarkeit, ohne welche
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