Vierundfünfzigstes Kapitel.
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fordert worden waren. In der That beschränkte dieses Zurück-treiben allmählich die Lebensbedingungen der nomadisirendenVölker und beschleunigte deren Uebergang zum Ackerbau. DannWurde dies ganz natürlich dadurch ausgeführt, dass sie sich derangrenzenden Theile des römischen Reiches bemächtigten, statteich der mühsamen Arbeiten zu unterziehen, welche eine neue Ein-richtung erfordert hätte, zumal da es Landstriche waren, die günstigerlagen und schon durch ihre Besitzer kultivirt waren. Letzterewaren durch die Ausdehnung ihrer Herrschaft schon entkräftetUnd damit unfähig zu widerstehen. Der Fortgang der Reaktion er-folgte ebenso gradweise wie die vorhergehende Hauptaktion. Wennman anderer Meinung ist, so kommt es, weil man nur an die sieg-reichen Einfälle denkt, denn das Eindringen der Völkerschaften hatteschon mehrere Jahrhunderte vor der Zeit begonnen, wo Rom erstzu seiner grössten Macht gelangte. Die Einfälle hatten erst danndauernden Erfolg, als die römische Energie in zunehmender Weisesich erschöpfte, nachdem das Reich seine genügende Ausdehnungerlangt hatte. Diese Richtung verstand sich dann so von selbstUi Folge der politischen Lage der Welt, dass sie schon lange vordem fünften Jahrhundert immer wichtige Zugeständnisse veran-lagte, indem die Barbaren in die römischen Heere aufgenommenWurden, oder einzelne Provinzen unter dem Beding ihnen über-lassen wurden, die neuen Ankömmlinge im Zaum zu halten.
Die Vergleichung der feudalen Ordnung mit der römischenzeigt, dass das militärische Regiment im Mittelalter überall einegänzliche Umgestaltung erlitten hatte. Die militärische Thätigkeitbegann trotz ihrer Entwickelung den Charakter des Angriffs zuv erlieren und sich rein in der Defensive zu halten. Ohne Zweifelbat der Katholizismus mächtig zu dieser glücklichen Umgestaltungbeigetragen, allein er hätte sie nicht ganz herbeiführen können,Wenn sie nicht das Ergebniss der ganzen Vergangenheit gewesenwäre. Diese Veränderung musste schon aus der Ausdehnung derrömischen Herrschaft hervorgehen; denn nachdem das System derEroberung seine volle Entfaltung erreicht hatte, mussten schondie militärischen Anstrengungen sich auf Erhaltung des Gewonnenenzurückziehen, welches mehr und mehr durch die wachsende Energiederjenigen Nationen bedroht wurde, die noch nicht besiegt worden