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Zweiter Band.
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Vierundfünfzigstes Kapitel.

Kirche. Wenn auch dieser Einfluss durch die kriegerischen Nei-gungen dieser Zeit gehemmt war, so hat er doch wahrscheinlich•viele Kriege verhindert, indem er deren Keime erstickte. Uebrigensmusste die Kirche, abgesehen von allem Gegensätze der Prinzipienund Gefühle, den Krieg als eine Verminderung ihres Einflusses aufdie weltlichen Herrscher ansehen. Wenn die periodischen Unter-brechungen, welche die Kirche nach und nach den kriegerischenUnternehmen auferlegt batte, genügend beachtet worden wären,so würde der kriegerische Geist stärker beschränkt worden sein,da er sich mit solchen Unterbrechungen nicht verträgt. Allegrossen Feldzüge bei den katholischen Völkern waren in Wahr-heit nur auf die Vertheidigung gerichtet und sollten immer nurdie Einfälle, welche regelmässig zu werden drohten, zurückweisenoder denselben zuvorkommen. Dieser Art waren anfänglich dieKriege Karl des Grossen gegen die Sachsen und später gegen dieSarazenen. Selbst die späteren Kreuzzüge dienten nur, die Ein-fälle des Muhamedanismus aufzuhalten, was sie in dieser Hinsichtvollständig erreicht haben.

Auch der zweite Charakter der feudalen Organisation, d. h.das Streben nach der Auflösung der weltlichen Autorität in kleineterritoriale Souveränitäten, die einander untergeordnet waren, istdurch den Katholizismus mächtig gefördert worden, der ja dieUmgestaltung der lebenslänglichen Aemter in erbliche Lehen be-günstigt hat, und ebenso auch die Verbindung des Gehorsams mitdem Schutze, welche die Grundlage einer solcher Disziplin sind.Der Katholizismus, welcher von seinem Gebiet alle Erblichkeit derAemter ausgeschlossen hatte, hat die Erblichkeit im weltlichenRegiment weder aus Gewohnheit noch aus Kastengeist unterstützt;er ist vielmehr von dem Gefühl der entsprechenden sozialen Noth-wendigkeit dabei geleitet worden. Die Einrichtungen der Kirchehatten den begründeten Rechten des Talentes einen grossen Raumgewährt; es mussten desshalb gleichzeitig die Bedingungen für dieFestigkeit der Institutionen verbürgt werden, und dies war dieWirkung der feudalen Erblichkeit, trotz ihrer sonstigen Unter-drückungen. In Folge der Theilung der Gewalten und der militä-rischen Umgestaltungen hatte jedes Haupt in der Familie durcheine wesentlich häusliche Erziehung die Fähigkeit zur Ausübung