Band 
Zweiter Band.
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Fünfundfünfzigstes Kapitel.

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lässt alle davon überzeugten Männer daran Theil nehmen, so fried-fertig auch sonst ihre gewohnten Neigungen sein mochten. So konntedie militärische Energie eine sehr bedeutende werden, obgleich sienur einfaches Mittel war und keine Vorliebe für das kriegerischeLeben sich damit verband. Der Art waren die langen Kriege, welcheEuropa seit der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 17. be-unruhigt haben, selbst den 30jährigen Krieg nicht ausgenommen.

Auch die noch ausgedehnteren Kämpfe während des Endesdes 17. Jahrhunderts und des Anfanges des 18. bis zu dem Friedenv on Utrecht sind derselben Art. Bei diesen letzten Kriegen hat«ich allerdings auch die Liebe zu Eroberungen mit eingemischt,W'ie, und zwar vielleicht in noch höherem Maasse, bei den früheren,da der frühere religiöse und politische Eifer sich gemindert hatte;Uidess war dieser Einfluss doch nicht der wichtigste. Diese Kriege*oigen alle einen revolutionären Charakter, denn sie beziehen sichsämmtlich auf die Verlängerung des Kampfes zwischen dem Katho-lizismus und Protestantismus . Dieser Kampf war auf Seiten Frank-f eichs, wo seit der Zeit der Schwächung Spaniens bis zur englischenErise von 1688 die katholische Thätigkeit ihren Mittelpunkt hatte,*Unächst ein Angriffskrieg. Später nahm er die Natur einer^ertheidigung an, als die protestantische Thätigkeit sich um^ ilhelm von Oranien durch die Verbindung Hollands undEnglands genügend verdichtet hatte.

Während des grösseren Theils des 18. Jahrhunderts haben•Le Kriege nochmals ihre Natur geändert. Die europäischen Staatenj Je gamien mit der industriellen Entwickelung, deren Wichtigkeitlt Htner mehr zunahm. Von da ab bis zu dem Ausbruche derfranzösischen Revolution wurde die kriegerische Thätigkeit denEandels-Interessen untergeordnet.

Eine neue, wenig zahlreiche, aber sehr wichtige Klasse hatSlc h in Europa beinahe am Beginn der zersetzenden Bewegunggrosser politischer Wichtigkeit erhoben, nämlich die Klasse derDiplomaten. Dem Mittelalter fremd, ist diese ganz moderne Klasseaus dem Verfall der katholischen Verfassung hervorgangen, welche8le zu einer nothwendigen machte, um das Band zu ersetzen, dasfrüher die päpstliche Macht zwischen den einzelnen Staaten auf-rec ht erhalten hatte. Viele geistreiche und thätige Männer fanden