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Zweiter Band.
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Fünfundfünfzigstes Kapitel.

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die anarchischen Störungen, zu denen das gesteigerte Gewicht desrevolutionären Anstosses hintrieb.

Der Protestantismus allein konnte die abstrakte Bildung derkritischen Prinzipien herbeiführen; allein trotzdem haben sich diesePrinzipien seit ihrem Ursprünge auch bei den katholischen Nationenausgebreitet. Die hauptsäch hellsten Unterschiede, welche in dieserHinsicht zwischen den europäischen Nationen bestanden, kamendaher, dass die weltliche Diktatur in den katholischen Staatena °ch nicht so mächtig war und daher die kritische Thätigkeitnicht so direkt wie bei den protestantischen Völkern sich äussernkonnte. Allem der Katholizismus kam ebenfalls zur Gestattungder freien Prüfung, indem er sie zu Gunsten des katholischen Glaubens anrief, welcher überall, wo der Protestantismus öffentlichdie Oberhand erlangt hatte, gewaltsam unterdückt wurde.

Ja selbst im Innern der katholischen Geistlichkeit zeigte sichbereits der Gebrauch eines solchen Rechts durch einzelne Ketze-reien. So erhob sich in Frankreich die merkwürdige Ketzerei derJ&nsehisten, welche sich in eine nationale Religion umgewandelthaben würde, wenn nicht die Entfaltung der verneinenden Pliilo-s °phie die Denker über diese Lehre hinausgeführt hätte. DasEindringen eines solchen Geistes bei den grossen PhilosophenMid den bedeutenden Dichtern zeigt, wie sehr er der Stimmungder Einsichtigen entsprach.

Ich muss hier noch eine andere Ketzerei erwähnen, die zwarMcht so wichtig wie die vorgehende, doch die abweichenden Rich-tungen zeigt, welche aus der freien Prüfung hervorgingen. Esbetrifft den Quietismus, dessen philosophischer Charakter sehrMerkwürdig ist, weil er einen ersten Protest der moralischen Ver-fassung des Menschen gegen die gesammte theologische LehreEnthält. Aus einem solchen Protest hat diese Ketzerei doch ihren,a Uerdings nur vorübergehenden Bestand entlehnt. Jede morali-sche Ordnung, die sich auf eine theologische Philosophie stützt,v 'erlangi, selbst den Katholizismus nicht ausgenommen, eines tete Berufung auf den Geist des Egoismus. Der Satz von demPersönlichen Heil bildet, wie Bossuet es gezeigt hat, die unent-behrliche Bedingung aller theologischen Moral; allein dieser Cha-rter offenbart ebenso auch einen der Fehler einer solchen Philo-