Band 
Zweiter Band.
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Fünfundfünfzigstes Kapitel.

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■wichtiger wie die politische, die aus jener nothwendig hervorgehenmusste, während das Umgekehrte nicht stattliaben konnte. Mankann in der That eine genügende Achtung vor den monarchischenoder aristokratischen Vorurtheilen sich bei den Geistern nicht vor-stellen, die sich bereits von den theologischen Vorurtheilen befreithatten, deren Herrschaft eine viel mächtigere ist. Die kühnstenAngriffe gegen die alten politischen Prinzipien hätten, wenn mandabei die zugehörigen Glaubenssätze beibehalten hätte, die Aende-ruug des sozialen Systems nicht herbeiführen können. DeshalbWar die Denkfreiheit in religiösen Dingen die wesentlichste für dieHauptbestimmung der kritischen Lehre. Dagegen hemmte im Gegen-teil die Reformation, indem sie das alte Regiment zur vollständigenUhnmacht gebracht hatte, jeden Gedanken an eine Reorganisation.

Sonach habe ich vor allem die philosophische Kritik zu be-trachten, mit der ich dann die politische Kritik der Vollständig-keit wegen verbinden werde. Die Bildung der verneinenden Lehrennd die Befreiung der Geister fallen nicht in dasselbe Jahrhundertu nd haben nicht dieselben Organe, noch denselben Schauplatzgehabt. Ich werde zunächst den Ursprung der philosophischenBewegung untersuchen, dann ihre Ausbreitung und schliesslichtre politische Ergänzung.

Der Ursprung der philosophischen Bewegung wird gewöhnlichm das 18. Jahrhundert gesetzt, indess gehört er schon dem vorher-gehenden Jahrhundert an. Diese Bewegung ist von dem vorge-schrittensten Protestantismus ausgegangen und ist in den Länderne ntstanden, die, wie Holland und England, den Hauptsitz derHeformation bildeten, entweder weil die geistige Freiheit da amVollständigsten bestand, oder weil die religiösen Verschiedenheitender Meinungen hier mehr zur Befreiung antrieben. Deren bedeu-tendste Autoren gehören, wie die der Reformation, der metaphysi-schen Schule an, welche im Schosse der berühmtesten UniversitätenUnter dem Antrieb der kühnsten Scholastik des Mittelalters dasHebergewicht erlangt hatte. Die philosophische Entwickelung wurdedurch drei hervorragende Geister von sehr verschiedener Naturvollendet, und deren Einfluss hat, obgleich er ein ungleicher war,ln gleicher Weise zu dem allgemeinen Ergebniss beigetragen. Esv^ar zunächst Hobbes, dann Spinoza und schliesslich Bayle, der