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Fünfundirinfzigstes Kapitel.
als geborener Franzose doch nur in Holland philosophiren konnte.Spinoza ging von den Prinzipien des Descartes aus und übte einementscheidenden Einfluss auf die Befreiung einer grossen Zahl vonMännern aus, wie aus den zahlreichen Widerlegungen hervorgehtdie durch seine kühne Metaphysik veranlasst wurden. Die negativePhilosophie hat zu ihrem wahren Vater den berühmten Hobbes ;die wichtigsten kritischen Ansichten, die man den Philosophen des18. Jahrhundert zuschrieb, rühren von ihm her.
In dem Werke dieses Philosophen wird die irreligiöse Unter-suchung schon so weit getrieben, als es der metaphysische Geistgestattet. Man kann deshalb darin den Unterschied besser erfassen,welcher eine solche Philosophie von dem positiven Geiste trennt,mit dem man sie immer verwechselt, obgleich jene doch nur eineeinfache Vorläuferin dieses ist. Diese Lehre, welche so unpassend fürAtheismus erklärt wird, war nur eine letzte Gestaltung der altenPhilosophie; zunächst theologisch, dann mehr und mehr meta-physisch, aber mit gleichen Eigenschaften, und eine ebenso unbe-dingte Richtung mit dem Bestreben in ihrer Weise die Fragen zubehandeln, welche die positive Philosophie als unlösbar beseitigt.
Ihr einziger Fortschritt besteht bei der Erklärung der physi-schen und moralischen Vorgänge darin, dass sie che alte über-natürliche Einwirkung durch das gleichwerthige Spiel der meta-physischen Entitäten ersetzt, che in der grossen allgemeinen Entitätder Natur zusammengefasst sind, und wonach letztere statt des jSchöpfers hingestellt wird, aber mit einem ähnlichen Charakterund folglich auch mit einer ziemlich ähnlichen Art von Kultus.Der behauptete Atheismus läuft daher darauf hinaus, dass eineGöttin, statt eines Gottes für diejenigen inaugurirt wird, welchediesen vorübergehenden Zustand für einen definitiven halten. Einesolche Umgestaltung genügte zwar, um das soziale System, welches ,der alten Philosophie entsprach, zu verwirren; allein sie ist weit |entfernt, eine neue Philosophie zu begründen. So lange die Gott-heiten oder Entitäten nicht verschwinden, um unveränderlichenGesetzen Platz zu machen, bleibt das Wissen dem theologischenRegiment unterthan. Diese Art zu denken ist keine bessere Bürg-schaft gegen die Wiederkehr der religiösen Ueberzeugungen,wie der Deismus , vielmehr drohen diese mit ihrer Rückkehr, so