Band 
Zweiter Band.
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Fünfundfunfzigstes Kapitel.

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angelangt war, diente Alles, was die geistige Thätigkeit erregte,zum Vortheil der Befreiung der Geister. Man hat mit Recht dieRichtung hervorgehoben, welche die bedeutendsten Dichter dieserZeit zur Verbreitung der kritischen Lehre antrieb. Dieser Zug,der schon so deutlich bei Moliere, La Fontaine und selbst beiCorneille hervortritt, ist auch bei Racine und Boileau bemerk-bar, trotz ihres religiösen Eifers; man verdankt dies der Richtung'bres jansenistischen Glaubens.

Die Aenderung des Schauplatzes der philosophischen Thätig-beit wurde von einer anderen Aenderung begleitet. Die eigentlichSogenannten Doktoren wurden durch einfache Literaten ersetzt. Indiese Zeit fällt das Aufkommen der Klasse der Schriftsteller, welchee hi sonderbares Schicksal zunächst an die Spitze der Politik stellt,v on wo aus sie sich dann durch den Hinzutritt der Advokaten-blasse vervollständigt hat. Diese Veränderung des metaphysischenEinflusses war unvermeidlich, je mehr die Korporationen der Uni-v ersitäten sich dem rückschreitenden System anschlossen, dessen Vor-®itz die weltliche Diktatur führte. Dieser Abfall hat sich zunächstbei den Protestanten vollzogen und erst später auf die katholischenLänder ausgedehnt. Zugleich hat das Universitätsstudium, waszunächst auf die Doktorenbildung ausging, dann aber auf die einesLiteraten, die Zahl der Geister vermehrt, die sich einen geistigenRcruf zuschrieben, ohne dass sie sich der Pflege der Wissenschaften,der Philosophie und Poesie hingeben konnten. Aus diesen Leutenbildete sich jene zweideutige Klasse, ohne bestimmten Beruf, dieütan mit dem Namen der Literaten und Schriftsteller bezeichnetbat. Ohne tiefe Ueberzeugung, gleich der Klasse der Advokaten,u ud selbst ohne die dunkeln metaphysischen Glaubenssätze der alten.Doktoren, war diese Klasse unfähig, die negative Philosophie zubegründen; aber indem sie dieselbe in ihrer Vollendung empfing,War sie besonders zu deren Verbreitung geeignet.

Der Erfolg der revolutionären Thätigkeit war um so mehrgesichert, als die, welche mit einem mehr hitzigen als aufgeklärtenEifer die Gesammtheit des alten Glaubens vertheidigten, ihrer un-bewusst halfen den Skeptizismus zu verbreiten, indem sie durchbü'e Arbeiten die Unterordnung des Glaubens unter die Vernunftgenehmigten. Bei einer solchen Beschaffenheit der religiösen Vor-