Sechsundfünfzigstes Kapitel 317
den allgemeinen Fortschritt, die andere für jeden Fortschritt im•Einzelnen.
Nachdem ich in dieser vorläufigen Darlegung den Ursprungund die Ordnung in der positiven Reihe geprüft habe, werde ich«un jede der einzelnen Entwickelungen untersuchen und mit derindustriellen beginnen.
Ich habe zunächst zu erklären, wie dieses soziale Element,welches das Alterthum nicht kannte, aus dem katholischen undfeudalen Organismus hervorgangen ist. Diese segensreiche Um-gestaltung hat zu irrthiünlichen Meinungen Anlass gegeben, diereinen Nebenursachen eine übertriebene Wichtigkeit beilegen. Diebesten Erklärungen sind noch von der schottischen Schule ausge-gangen, indess hat kein Anhänger dieser Schule, selbst der ver-ständige Robertson nicht, sich von den Vorurtheilen der ver-neinenden Philosophie, mochte sie protestantisch oder deistischsein, frei machen können.
Ich muss demnach an den wichtigen Uebergang von der altenSklaverei zur Hörigkeit erinnern. Dieser Uebergang fand unterdem Einfluss des Katholizismus, welcher allgemein sittliche Ver-pflichtungen aufstellte, und der Umwandlung des eroberndenSystems in das der Verteidigung, die den feudalen Zustand kenn-zeichnet, statt. Diese Aenderung bildet seit Beginn des Mittel-alters den ersten Schritt zur Einfügung der ackerbauenden Be-völkerung in die allgemeine Gesellschaft, wo sie bis dahin nur^ach Art der Hausthiere gelebt hatte. Die Bebauer des BodensWurden so an die Scholle zu einer Zeit gebunden, wo der Läuder-besitz sich befestigte, und begannen soziale Rechte zu erwerben undzwar das elementarste von allen, das eine Familie zu bilden.
Eine solche Verbesserung, die den Ursprung der bürgerlichenFreiheit bildet, lässt mich entgegen der beinahe einstimmigenMeinung den anfänglichen Sitz der Befreiung der niederen KlasseVa die Felder verlegen, wenn man die Befreiung in ihre erstengeschichtlichen Elemente zerlegt. Dieser soziale Vorgang knüpft8 ich an die Vorliebe der feudalen Herren für das Landleben und andas edle Beispiel, welches namentlich im Anfänge des Mittelalters80 viel klösterliche Orden gaben, die ihre ehrwürdigen Hände denniedrigsten Verrichtungen zu wendeten.