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Zweiter Band.
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Sechsundfünfzigstes Kapitel. 347

Verhältnisse so dauerhaft, dass das ästhetische Genie nach mehrerenJahrhunderten noch dieselben Leidenschaften und Affekte empfindenund vorfinden konnte, die es aus jenen Zeiten schildern wollte.Nur die Zukunft wird die Menschheit in jene Bedingungen thätigerFestigkeit zurückführen, ohne welche die schönen Künste keinengrossen Einfluss üben können.

Ich muss hier die Einteilungen wieder aufnehmen, die ichoben für die Geschichte des Mittelalters aufgestellt und auf dieindustrielle Entwickelung angewendet habe. Nach dieser Ein-teilung befasst das Mittelalter den Zeitraum vom Beginn des5. Jahrhunderts bis zum Ende des 13., und diese Periode von9 Jahrhunderten befasst drei Gestaltungen von gleicher Dauer.Die erste, welche mit dem 7. Jahrhundert endet, enthält die Be-gründung des Regiments und zugleich das Prinzip für alle späterenBewegungen. Die zweite geht bis zum Ende des 10. Jahrhunderts,sie befasst den Aufschwung der katholischen und feudalen Ver-fassung und kennzeichnet sich durch das erste System von Ver-theidiguugskriegen, die sich namentlich gegen die wilden Poly-theisten des Nordens richten. Die dritte Gestaltung endlich befasstJen grössten Glanz dieses Organismus imd die Verteidigung desKatholizismus gegen den morgenländischen Monotheismus . Dieseschliesslichen Unternehmungen führen einerseits zur Auflösung einesSystems, dessen Ziel erreicht war, anderseits zur gleichzeitigenEntwickelung neuer sozialer Elemente. In der industriellen Reihee nthalten von diesen drei sich folgenden Gestaltungen die erstedie Einführung der Hörigkeit an Stelle der Sklaverei, die zweitedie Befreiung der Städte, die dritte die beginnende industrielleBewegung der Städte und gänzliche Aufhebung der ländlichenUnfreiheit. In der Reihe der schönen Künste zeigt sich zunächstJas Auftreten einer neuen Gemeinschaftlichkeit, welche die Thätig-keit der ästhetischen Anlagen erneuern soll; sodann die Airwendungdieser Fähigkeiten für die Bildung der modernen Sprachen, endlichderen Entwickelung, wie sie der Natur der gleichzeitigen Civilisa-Bon entspricht. Die Regierung Karls des Grossen ist die Epoche,*o der Geist des Mittelalters seine verschiedenen Eigenschaften vollZu entfalten beginnt.

Nachdem ich den Ursprung der ästhetischen Entwickelung bei