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Sechsundfünfzigstes Kapitol.
den modernen Gesellschaften dargelegt habe, können leicht diewesentlichen Eigenschaften dieses neuen sozialen Elementes, sowiedessen Lage in Bezug auf die alten Mächte im Beginn des 14. Jahr-hunderts geprüft werden.
Die industrielle Entwickelung zeigt bis in die niedersten Klasseneinen ersten Grad von Thätigkeit, ohne welche die schönen Künstekeine Wirksamkeit hätten entwickeln können; sie führt gleich-zeitig zu dem Wohlbehagen und der Sicherheit, deren der Genussdieser edlen Freuden nicht entbehren kann. Innerhalb der indivi-duellen und gemeinschaftlichen Erziehung wird die Uebung desVerstandes zunächst durch die gröbsten und dringendsten Bedürf-nisse bestimmt; deren Befriedigung gestattet dann die höhere,aber weniger energische Entwickelung der ästhetischen Fähigkeiten.Indem diese die Gedanken mit den Gefühlen mischen, werden sieallein bei der Mehrheit der Menschen so hervortretend, dass ihreThätigkeit eine Quelle wahrhaften Genusses werden kann. Da-gegen veranlasst die Uebung der wissenschaftlichen und philoso-phischen Fähigkeiten, die zwar bedeutender sind, aber weniger zumHandeln anregen, bei der überwiegenden Mehrzahl nur eine unerträg-liche Ermüdung. Die ästhetische Entwickelung bildet deshalb denUebergang aus dem thätigen Leben zu dem spekulativen und be-zeichnet den Grad von Thätigkeit, bei dem die Menschheit an-halten würde, wenn sie in einer günstigeren Umgebung oder inFolge einer bedürfnissloseren Organisation von der Sorge für diephysischen Bedürfnisse befreit wäre, wie dies die Bestrebungen jenersozialen Lagen darlegen, welche am wenigsten von einer solchenAnnahme entfernt sind. Die Beziehungen des ästhetischen Lebenszu dem praktischen sind vollständiger geworden, seitdem das in-dustrielle Dasein das militärische ersetzt hat. So lange der Kriegund die Sklaverei die soziale Oekonomie kennzeichneten, konntedie Kunst keine grosse Volksthümhchkeit erlangen; selbst unterden Freien fanden nur die höheren Klassen Geschmack au ihr.Der einzige davon abweichende Fall, der übrigens zu sehr gerühmtworden ist, bezieht sich nur auf einen massigen Theil der griechi-schen Bevölkerung, wo eine ausnahmsweise Vereinigung von lokalenund sozialen Umständen zu diesem glücklichen Ausnahmefall geführthatten. Ueberall sonst waren bei den kriegerischen Staaten des