Sechsundfünfzigstes Kapitel.
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Alterthums nur die blutigen Spiele wahrhaft populär, die bei diesenrohen Völkern die Erinnerung an ihre Lieblingsthätigkeit wach-riefen. Die industrielle Entwickelung am Ende des Mittelaltershat den Einfluss der katholischen und feudalen Sitten befestigt;sie liess selbst bis in die geringsten Familien Stimmungen ein-dringen, welche die Wirksamkeit der schönen Künste begünstigten.
Im lungekehrten Sinne bildet das Verhältniss der Kunst zuder Industrie bei den Modernen das mächtige Mittel für die Ver-besserung der beklagenswerthen Beschränktheit des Geistes, die ausder industriellen Thätigkeit hervorgeht. Die ästhetische Erziehungwird einst die grosse Lücke ausfüllen, welche aus dem Erlöschender religiösen Gebräuche hervorgehen wird. Sie wird zu der Wen-dung führen, die das praktische Leben erfordert, wenn es nichtzu einem stumpfen und egoistischen Trachten ausarten soll.In allen Theilen Europas ist die ästhetische Entwickelung derindustriellen immer nahe gefolgt und hat deren Gefahren be-seitigt, indem sie überall dem Geiste eine allgemeinere und un-interessirtere Thätigkeit aufdrückte und die wohlwollendstenGefühle erweckte. Die wissenschaftliche und philosophische Ent-wickelung wird trotz ihrer hervorragenden Eigenschaften bei denMassen immer einen viel schwächeren Einfluss üben. Philosophenmit wenig Empfindung für die Künste haben die ästhetische Be-wegung beschuldigt, dass sie, namentlich in Italien , den sozialenPortschrit gehemmt habe, weil sie den Reiz für Freuden ge-steigert hätte, die mit der politischen Thätigkeit sich nicht ver-fügen. Sieht man indess von einzelnen Fällen ab, wo eine zugrosse Beschäftigung mit der Kunst allerdings mitunter so weitgetrieben werden kann, dass die Moral darunter leidet, so hat derEinfluss der Kunst, selbst da, wo sie zu sehr gesteigert erscheint,doch meist nur das gefährlichere Uebergewicht eines materiellenGebens gemässigt und einen gewissen spekulativen Eifer unter-halten. Endlich haben auch die schönen Künste sich insbesondere^t den technischen Vervollkommnungen industrieller VornahmenVe rknüpft. Ein Beispiel dafür liefern die Künste, welche sich aufdie äussere Form beziehen und in dieser Hinsicht sich mit der Bau-kunst, der Bildhauerei und selbst mit der Malerei durch eine Mengev °n feinen Zuthaten verbinden, die eine beinahe unmerkliche Steige-