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Zweiter Band.
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361
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SechsundfiinJzigstes Kapitel. 361

nach der Verbreitung des Prinzips, welches alle Vorgänge vonNaturgesetzen ableitet.

Dies ist der Ursprung der wissenschaftlichen Entwickelung,deren Fortgang ich während der drei Gestaltungen, welche ich inder modernen Gesellschaft unterschieden habe, untersuchen will. Inder ersten ist der Gang der Wissenschaft ein unwillkürlicher, d. h.sie ist eine einfache Verlängerung der grossen Einflüsse des Mittel-alters, ohne dass sie besondere Ermuthigungen erhielt. Die astro-logischen Chimären und die alchemistischen Täuschungen warenhier von hohem Nutzen für die Erhaltung der spekulativen Klassewährend dieser Periode. Die noch sehr unvollkommene Natur-philosophie konnte sich noch nicht durch praktische Anwendungenempfehlen, welche heute die stärksten Interessen an sie knüpfen;nur die Kunst hatte das Privilegium, wohlwollende TheilnahmeXu erwecken. Fürsten, wie Karl der Grosse und Friedrich,die Sinn für die Wissenschaften hatten, waren noch sehr selten;dagegen wurden die ästhetischen Neigungen von Franz I. undLudwig XIV. viel mehr getheilt. Die Astronomen und Chemikerfanden nur unter dem Titel von Astrologen und Alchemisten Auf-nahme. Die Wissenschaft wäre einem verderblichen Widerstandausgesetzt gewesen, wenn nicht die astrologischen und alchemisti-schen Meinungen ihr überall, selbst in Mitten der Geistlichkeit,kräftige Beschützer zugeführt hätte. In dieser Epoche konntesich kein grosser wissenschaftlicher Fortschritt hervortliun. DieChemie musste sich auf die Sammlung von Material beschränken;nur die Astronomie und Geometrie vermochten Verbesserungen zuerreichen. Indess hatte die erstere noch nicht alle Hülfe erschöpft,Welche das Kunststück der Epizykeln für (he Beibehaltung dereinförmigen kreisrunden Bewegungen gestattete. Deren BeseitigungLlieb der nächsten Gestaltung Vorbehalten. Die Geometrie wurdedurch die Unvollkommenheit der Algebra in der blossen Verlänge-rung des alten geometrischen Geistes festgehalten. Die wichtigsteVerbesserung bestand nur in der beginnenden Ausdehnung derAlgebra und der Trigonometrie, die durch die Benutzung derTangenten vervollständigt wurde. Ein anderer Fortschritt geschahin der Astronomie, wo die Rechnung die Verzeichnungen ersetztennd gleichzeitig die Winkel- und Zeitmessungen genauer erfolgten.