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Zweiter Band.
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Siebenunclfiinlzigstes Kapitel,

bei der jeder Gelehrte einen so verderblichen Gegensatz zwischender gereiften Natur in der Auffassung einzelner Theile und der be-schämenden Gewöhnlichkeit in der aller übrigen zeigt, offenbart sichdurch die wissenschaftlichen Akademien, welche dadurch genöthigtsind, alle Fragen einer unkompetenten Majorität zu unterbreiten. DieZerstückelung dieser Korporationen vermehrt dabei die Unzukömm-lichkeiten; sie erleichtert die Aufnahme von Mittelmässigkeiten,welche auf eine philosophische Erhöhung neidisch sind, deren siesich unfähig fühlen.

Die Geometer sind den Gefahren einer Herrschaft der Spezia-lität am meisten ausgesetzt; sie träumen von der Ausdehnungihrer Rechnung auf alle Vorgänge. Der unbedingte Charakter deralten Philosophie hat sich bei ihnen mehr als bei den übrigenGelehrten erhalten. Die Biologen würden dagegen am meistenfür ein wahrhaft philosophisches Regiment geeignet sein, wennderen Erziehung nicht so unvollständig wäre und wenn nichteine sklavische Nachahmung sie verleitete, in ihre Arbeiten Auf-fassungen und Gewohnheiten zu übertragen, welche nur fürunorganische Studien passen. Jedenfalls hilft ihr Widerstand, dieBestrebungen der Geometer zurückzuhalten. Die Ausbildung derBiologie ist überdies von den gelehrten Körperschaften mehr ge-hemmt als befördert worden, namentlich durch die Pariser Aka-demie, welche nicht verstand sich des Bichat zu bemächtigen,sich schmachvoll mit Bonaparte für die Verfolgung Gall'sverband und den Werth von Broussais verkannte. Der glän-zende aber oberflächliche Cuvier trug lange Zeit den Sieg überLamarck und Blainville davon.

Die einzige scheinbare Rechtfertigung zu Gunsten eines solchenVorherrschens versucht die Spezialitäten als die alleinige Bürgschaftfür die Positivität der Kenntnisse hinzustellen und die Allgemein-heiten so anzusehen, als verstatteten sie alle jene unbestimmtenund täuschenden Auffassungen, welche gegenwärtig sich aufthun-Dieser seltsame Beweggrund ähnelt zu sehr jenen politischenMaximen, welche das freie Wort oder die Presse zu verbietenstreben wegen des Missbrauchs, welcher damit getrieben werdenkann, und beweist das philosophische Unvermögen unserer gelehrten