Band 
Zweiter Band.
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Siebenundfünfzigstes Kapitel.

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Gesellschaften, welche sich damit unfähig- zeigen, die irrigen All-gemeinheiten von den richtig aufgefassten zu unterscheiden.

Die Unzuträglichkeiten des jetzigen wissenschaftlichen Regi-ments haben sich während der letzten 50 Jahre durch die neuesoziale Wichtigkeit gezeigt, welche den Gelehrten verschafft wordenist und welche deren moralische Niedrigkeit offenbart hat. BeimBeginn der Revolution hat) ein unüberlegter Edelmuth die Regie-rungen, und namentlich Frankreich verleitet, den gelehrten Kor-porationen die Anstalten für den höheren Unterricht zu überlassen.Allein die Erziehung verlangt einen Geist für das Ganze, der selbstunter den einfachsten Gesichtspunkten unerlässlich ist. Es wardeshalb leicht vorauszusehen, dass die den wissenschaftlichen Spe-zialitäten zuneigenden Gewohnheiten die Akademien ungeeignetfür die sozialen Aufgaben, welche ihnen anvertraut worden waren,machen würden. Als die französische Regierung liberdem derAkademie der Wissenschaften die Wahl der Professoren für diehöchsten Unterrichtsgegenstände anvertraute, unterliess sie jedegesetzliche Vorsichtsmassregel gegen den Missbrauch, welchendiese Gesellschaft eines Tages mit einer solchen Ermächtigungzum ausschliesslichen Vortheil ihrer eigenen Mitglieder treibenkonnte. Die traurige Entmuthigung, welche ein solches Systemunter den Professoren hervorbringen musste, ist begreiflich. In derThat können che würdigsten Gelehrten auf keinen Zutrift zu dennichtigsten Lehrstühlen des höhern wissenschaftlichen Unterrichtsmehr hoffen, wenn es nicht ein so unerträglicher oder so müh-samer Posten ist, dass er keinen Akademiker in Versuchung bringt.

Die Ausartung, welche solche Anzeichen kund thut, beweistJen nur vorläufigen Bestand einer spekulativen Klasse, bei welcherdas thätige Gefühl der Pflicht, in demselben Grade wie der Geisthir das Ganze, durch das Uebergewicht einer metaphysischenfloral, welche sich auf das persönliche Interesse stützt, ab-geschwächt ist. Möglicherweise kann die Wissenschaft selbstdavon bald tief ergriffen werden, weil entweder ein gieriger^ettlauf bei niederen Naturen zu einer absichtlichen Aenderunglri der Wahrheit der Beobachtungen führen kann oder weil dieGeldgier durch die Beziehungen der Wissenschaft zur Industriegesteigert werden wird.

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