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Sieüenundfünfzigstes Kapitel.
Versuche, welche des religiösen Stützpunktes entbehren, werdenimmer an dem materiellen Uebergewicht zerschellen, das künftighauptsächlich nach der Grosse des Reichthums gemessen werdenund immer mehr der industriellen Ueberlegenheit anhängen wird.Allein sie bestehen deshalb nicht weniger im Schosse der Gesell-schaft, und zwar als eine stete Quelle der Beunruhigung, undsind um so gefährlicher, als sie anscheinend auf dem Bestrebender Civilisation, den sozialen Einfluss des Wissens zu steigern, sichstützen.
Der Geist soll der materiellen Macht die Achtung vor denMoralgesetzen einflössen, aber deren Thätigkeit, sowohl die privatewie die öffentliche scheint zu erlöschen. So aufgefässt, gehörtdie soziale Oberhoheit weder der Gewalt, noch der Vernunft,sondern der Moral, welche die Thaten der ersteren und die Rath-schläge der anderen beherrscht. Dies ist die ideale Grenze, dersich die Wirklichkeit allmählich anzunähern hat, aber ohne dasssie dieselbe je erreichen kann. Der Geist muss der chimärischenHerrschaft Uber die Fähigkeit entsagen, denn seine wahre Aufgabe,die ebenso geeignet ist, seine Thätigkeit zu erhalten, als seine Dienstezu belohnen, besteht in der Erziehung und in einem berathendenEinfluss während des ganzen Laufes des Lebens.
Die geistliche Reorganisation wird ebenso einen wohlthätigenEinfluss auf die Masse der Einsichtigen üben, die getrieben vonder Verwirrung, welche zwischen der geistlichen und weltlichenOrdnung besteht, in den politischen Einrichtungen die Lösung dersozialen Aufgaben sucht. Diese Neigung der Massen hat sich mEuropa während der fünf Jahrhunderte entwickelt, die der Zer-störung der katholischen Organisation gefolgt sind, in dem Maasseals die Zusammenfassung der weltlichen Macht sich vervollständigte.Sie hat eine beklagenswerthe Stärke erreicht und bietet allein einenStützpunkt für die Ansprüche der Einsichtigen auf die allgemeineHerrschaft. Ohne eine solche Täuschung über die Wirksamkeitder politischen Maassregeln, würden die Massen die störendenEinflüsse der thätigsten Geister nicht unterstützen. Die positivePhilosophie wird nicht nur die Utopie einer Herrschaft des Geistesbeseitigen, indem sie den geistigen Fälligkeiten eine ausgedehnteBestimmung giebt, sondern sie wird auch den Beschwerden des