Band 
Zweiter Band.
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Sicbenundtu ufoigstes Kapitel.

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Volkes eine mehr moralische als politische Richtung geben. DieHauptbeschwerden der Massen gegen ein Regiment, von dem ihreallgemeinen Bedürfnisse so wenig erwogen werden, beziehen sichhauptsächlich auf eine Erneuerung der Meinungen und Sitten.Es ist dies in Bezug auf den Missbrauch unbestreitbar, welcherder Ungleichheit des Vermögens einwohnt. Derselbe bildet dengefährlichsten Beweisgrund der Unruhestifter und der Utopisten,und geht weit mehr aus der geistigen und moralischen Ver-wirrung hervor, als aus der Unvollkommenheit der politischenMaassregelu, deren Einfluss in dieser Beziehung sehr beschränktist. Die geistige Neubildung vermag deshalb die Rückkehr einerdauernden Eintracht zu erleichtern, indem sie den Bedingungendes Fortschritts und der Ordnung Genüge leistet, die gleich nöthigsind, damit der Instinkt der Massen eine solche Belehrung an-nehme.

Die neue Philosophie wird an Stelle der Rechte die der ent-sprechenden Pflichten setzen. Der erstere Gesichtspunkt hat vor-geherrscht, so lange die Reaktion gegen das alte Regiment nichtvollständig vollendet war; der andere Gesichtspunkt muss bei derOrganisation des neuen sozialen Zustandes vorherrschen. Anstattdie einzelnen Pflichten aus den allgemeinen Rechten abzuleiten,wird man umgekehrt die Rechte eines jeden aus den Pflichten derAnderen gegen ihn ableiten und dies ist nicht dasselbe; denndieser Gegensatz zeigt entweder das Uebergewicht des metaphysi-schen oder des positiven Geistes, indem jener zu einer beinahe un-fhätigen Moral führt, bei der der Egoismus herrscht, der andereaber zu einer thätigen Moral, die von der Nächsten-Liebe geleitet ist.Oiese Umgestaltung wird aus dem Vorzug hervorgehen, den mander geistlichen Reorganisation zugesteht.

Dies werden die unmittelbaren Dienste sein, welche die philo-sophische Arbeit leistet, die die Gesellschaft in geistlicher Hin-sicht erneuere soll. Ich habe nun noch das Wesen der Befug-nisse der neuen geistlichen Gewalt aiizugeben und folglich auch

Charakter ihrer Autorität.

ln beiderlei Hinsicht bietet allein die katholische Macht imMittelalter das Beispiel einer solchen Organisation. Die Verglei-chung mit. derselben ist von wahrhaftem Nutzen, aber der Gebrauch