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Siebenuncltünfzigstes Kapitel.
Philosophen mehr gewähren, als es von denselben empfangen wird.Die Anhänglichkeit des Volkes wird die sichere Bürgschaft fürdie geistliche Gewalt bilden. Wenn auch die Ursachen, die dentheologischen Organismus des Mittelalters gestört haben, bei dempositiven Organismus sich nicht gelten machen können, so werdendoch die politischen Streitigkeiten, welche aus dem Spiel der Leiden-schaften hervorgehen, darin nicht unmöglich werden. Die katho-lische Macht war selbst zur Zeit ihres grössten Triumphes vor denweltlichen Ansprüchen nicht gesichert. Deshalb wird auch dieneue geistliche Macht nicht damit verschont bleiben, trotz der ver-söhnlicheren Natur in ihrem praktischen Verfahren und desgrösseren Einflusses der Einsicht auf das Benehmen. Die Inhaberder weltlichen Macht, von denen wesentlich die Vertheilung desßeichthums ausgeht, werden sich möglicher Weise der spekulativenKlasse in Folge ihrer Ueberlegenheit im Vermögen stolz be-nehmen, zumal sie sich durch die ungerechte Verachtung der Theo-retiker gegen die Praktiker verletzt fühlen können; allein die mitbeiden Mächten verbundene Masse des Volkes, welche der einendurch die Erziehung und den moralischen Beistand ergeben istund der anderen durch die tägliche Arbeit und die materiellenUnterstützungen, wird deren Streitigkeiten regeln. Das Volk wirdder geistlichen Autorität günstig sein, mit der es nur glücklicheBeziehungen unterhält, während seine täglichen Berührungen mitden praktischen Häuptern immer mehr oder weniger durch die Ge-fühle des Neides gestört werden. Erst in den Zeiten ihres Ver-falles hat die katholische Macht erfahren, wie die Zuneigung desVolkes sich ihren weltlichen Gegnern zugewendet hat.
Wenn der Beistand des Volkes der neuen geistlichen Autoritätunentbehrlich ist, selbst sobald sie ihre volle Entwickelung erreichthaben wird, so ist ihr eine solche Stütze noch viel nöthiger, umdahin zu gelangen. Ebenso ist es die Vertheicliguug der Interessendes Volkes bei den höheren Klassen, die der philosophischen Tlnitig-keit eine ernste Wichtigkeit verschaffen wird, indem dieselbe alleKlassen den Nutzen ihrer moralischen Vermittelung fühlen lassenwird, welche allein die materiellen Gegensätze massigen kann. DieKlassen, die am 'meisten nur das Uebergewicht des Reichtlniin»anerkennen mögen, werden vielleicht in Folge bitterer Erfahrungen