448 Siebenundfünfzigstes Kapitel.
Egoismus verdorben sind, höhere Gesichtspunkte und edlere Ge-fühle zu erwecken.
Bei den schmerzlichen Zusammenstüssen, welche die jetzigeAnarchie uns unter der Herrschaft von widerwärtigen Leiden-schaften und verderblichen Utopien bereitet, werden die Philo-sophen, die dies vorausgesehen haben, dann vorbereitet sein, umdaraus die grossen Lehren für alle zu ziehen, indem sie den einenund den anderen das Ungenügende der blos politischen Maass-regeln für das Ziel, welches die einen für den Fortschritt und dieanderen für die Ordnung erstreben, darlegen.
Trotz der Kürze der Auseinandersetzungen werden sie dochwohl allen philosophischen Geistern die Solidarität zeigen, welchedie Entwickelung der positiven Philosophie und das soziale Auf-kommen der Volkssache verbindet und damit eine glückliche Ver-einigung eines grossen Gedankens mit einer grossen Gewalt be-gründen wird.
Wären die jetzigen Meinungen und Gewohnheiten nicht soentfernt von dem Zustande, die ein solcher Gedanke voraussetzt,so würde die positive Philosophie überall einen wohlwollendenEmpfang finden, da sie gleichzeitig den Bedingungen des Fort-schritts und der Ordnung Genüge leisten kann.
Bezüglich der Ordnung enthält keine der politischen An-strengungen, die seit dem Beginn der französischen Revolutionmit grossen Kosten gemacht sind, so viel Wirksamkeit, als dieeinfache philosophische Thätigkeit, welche die jetzige Verwirrungan ihrer Quelle aufsucht und auf dem allein zuträglichen Wegees unternimmt, zunächst die Ideen zu reformiren, um dann zu denSitten und zuletzt zu den Einrichtungen überzugeljen. Nur derpositive Geist kann die umstürzenden Utopien zerstören, währendder theologische Geist seit langem die grossen sozialen Gedankensowohl für das Privat- wie öffentliche Leben, die man unter seinemohnmächtigen Schutz gelassen hat, blos stellt. Die neue politischePhilosophie wird nicht blos die Lehren prüfen, sondern auch dieMethoden und dem Geiste für das Ganze die Oberhand über denGeist für das Einzelne und dem Gefühl der Pflicht die Oberhandüber das Gefühl des Rechts verschaffen. Sie zeigt die moralischeNatur der wichtigsten sozialen Schwierigkeiten. Schon dadurch