Band 
Zweiter Band.
Seite
463
JPEG-Download
 

Achtundfiinfzigstes Kapitel.

463

Uebergewicht in der Gesammtheit der Untersuchungen erhalte.Die neue Philosophie wird indess gegen die Leidenschaften undInteressen einer Klasse kämpfen müssen, r die zwar nicht zahlreichaber sehr mächtig geworden ist, namentlich in Frankreich . Ausdiesem Grunde bilden die von den Geometern beherrschten, ge-lehrten Gesellschaften ein mächtiges Hindemiss für die Entwicke-lung der Philosophie. Das Joch der Geometer, welches den Bio-logen unerträglich ist, schadet allen Klassen der Gelehrten, indemes das Verlangen der niederen Studien zu rechtfertigen scheint,die oberen Studien zu leiten, und weil es dem einfachsten und un-vollständigsten Gesichtspunkt über dem verwickelteren und ausge-dehnteren das Uebergewicht verleiht.

In der Natur der sozialen Studien liegt so sehr das Rechtzum spekulativen Vorrang, dass darüber kein Streit herrschensollte. Allein bei dem Punkte, wohin ich das Emporkommen derneuen Philosophie gebracht habe, blieb dies die allein noch zuentscheidende Frage. Die Haupschwierigkeit lag in der Befriedi-gung zweier Bedürfnisse, der Positivität und der Allgemeinheit;beide sind gleich gebieterisch und erscheinen doch unverträglich.Zwischen der mathematischen Weise, die den beiden letzten Jahr-hunderten zugehört, und der alten theologischen und metaphysi-schen Weise habe ich durch Schaffung der Soziologie eine neuephilosophische Weise aufgestellt, welche in einer die Bedingungenerfüllt, die jede der beiden früheren Weisen zustrebte, aber sienicht genügend erfüllen konnte. Die erste meiner Folgerungenmusste daher, nach einer vergleichenden Erörterung feststellen,dass diese Verwirklichung, welche bis jetzt so vergeblich gesuchtworden, nun erreicht worden ist.

Bei dieser Erörterung hatte ich meine Beweise nur aus derPrüfung der abstrakten Wissenschaft entnommen; allein ich hätteGründe beibringen können, die sich auf die konkrete Wissenschaftund auf ästhetische Betrachtungen beziehen, und welche die Weiseder Soziologie begünstigt, während die mathematische Weise ihnengerade entgegen gewesen wäre.

In erster Beziehung darf man nicht vergessen, dass, wenn dieabstrakte Wissenschaft der ausschliessliche Gegenstand grosserspekulativer Arbeiten gewesen ist, sie doch die Grundlage der