Achtundfiinfzigstes Kapitel.
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ihrer Autorität waren. Als das Auftreten wirklicher Kenntnisse,namentlich in der Astronomie, 'endlich einen Zusammenstoss ver-anlasst hatte, so bezeichnete der berühmte Vergleich des Des-cartes einen noch provisorischeren Zustand wie den bisherigen,indem er die Oberhoheit der positiven Methode in der ganzenPhilosophie verkündete mit dem leeren Vorbehalt, dass der theo-logischen und metaphysischen Methode der Vorsitz im Studiumder Moral und der Gesellschaft bewahrt bleibe. Descartes zerrissso die lockere metaphysische Einheit, die im 13. Jahrhundert ein-gerichtet worden war. Während der beiden letzten Jahrhunderteerfolgten ohnmächtige Versuche, um die positive Philosophie unterdem Anstoss der Mathematik zu begründen. Die Ausdehnungdes positiven Geistes auf moralische und soziale Untersuchungenlöste eine auf jede andere Art unlösbare Schwierigkeit, indemsie in ausgedehnter Weise den seitdem untrennbaren Bedingungender Ordnung und des Fortschritts Genüge leistete, und so warendie von der einen und anderen Seite erhobenen Ansprüche inBezug auf das was sie Berechtigtes enthielten, versöhnt währendder philosophischen Kämpfe der modernen Uebergangsperiode.
Die Positivität, welche der durch die Mathematik gescheheneAnstoss in alle Spekulationen einführen wollte, ist jetzt darin fest-gestellt, und die Allgemeinheit, wofür die Theologie und Metaphysikmit Recht aber ohne Kraft die nöthigsten Bürgschaften forderten,ist darin eine vollständigere geworden wie je vorher. Damit ver-schwand auch der klägliche Gegensatz, der seit der griechischenEntwickelung zwischen dem geistigen und moralischen Fortschrittzu bestehen schien. Seit der scholastischen Vermittelung wurdendurch diesen Gegensatz die moralischen Bedürfnisse mehr und mehrvernachlässigt. Bei der Erziehung des Einzelnen, welche nur dienothwendige Rückwirkung der Erziehung der Gattung ist, sah mannur auf die Entwickelung des Verstandes, ohne sich über die derMoral zu beunruhigen.
Zwischen der natürlichen Oberhoheit der Gewalt und der be-anspruchten Oberhoheit der Einsicht verwirklicht die positive Philo-sophie das Uebergewicht der Moral, die der Katholizismus in edlerWeise im Mittelalter verkündet hatte, aber ohne sie verwirklichen
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