Achtundfünfzigstes Kapitel.
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zu können, weil die Moral damals einer hinfälligen Philosophieuntergeordnet war. Die Eigentümlichkeiten der Moral, welche demgrossen Begriff Gott einwohnten, konnten nicht wohl durch die ersetztwerden, welche der unbestimmte Begriff Entität der Natur gestattet;aber sie sind niedriger als die, welche den Begriff der Menschheitkennzeichnen, die nach dieser zwiefachen vorbereitenden Anstren-gung der Befriedigung aller wesentlichen, sowohl geistigen, wiesozialen Bedürfnisse in der vollen Reife des Gesammtorganis-mus vorstehen wird. Das Uebergewicht der Moral ist der geistigenEntwickelung, wie deren sozialer Bestimmung unentbehrlich. DieGleichgültigkeit für die moralischen Regeln würde die Aufrichtig-keit und die Würde geistiger Anstrengungen schädigen, denn siewären dann nur Instrumente für den persönlichen Ehrgeiz.
Die letzten metaphysischen Selbsttäuschungen werden ver-schwinden, wenn die Natur des menschlichen Gesichtspunktes her-vortritt, der nothwendig sozialer Art ist. In statischer wie dyna-mischer Auffassung ist der eigentliche Mensch nur eine Abstraktion.Nur die Menschheit ist wirklich, namentlich in dem geistigenund moralischen Gebiet. Die theologische Philosophie ist bis jetztdie einzige, welche dieser allgemeinen Bedingung Genüge geleistethat. Gerade deshalb hat sie trotz ihrer Hinfälligkeit bis jetztnicht ersetzt werden können. Die Metaphysik hat niemals gewagt,sich über den einfachen Standpunkt des Individuums zu erheben.Sie hat, namentlich seit dem Abkommen des Descartes, sich be-müht, dessen Uebergewicht zu heiligen, wie ihre Sprache täglich zeigt,die immer die Gedanken der Vereinzelung und der persönlichenSammlung predigt und trotz ihrer eitlen moralischen Anforde-rungen meist nur egoistische Gefühle enthüllt.
Als das Ungenügende des mathematischen Geistes für diePhilosophie nicht mein- bezweifelt werden konnte, suchte der bio-logische Geist seinerseits die Grundlage für die positive Ordnungzu bilden, wie die Beispiele von Cabanis und Gail es bezeugen.Dieser neue Versuch führte allerdings zu einem Fortschritt, indemer den Kernpunkt der Generalisation seinem wahren Sitz näherbrachte. Indess konnte dieser Fortschritt, abgesehen von seinemNutzen als Vermittler, nur zu einer Utopie führen, welche auf einerUebertreibung der Beziehungen zwischen der Biologie und Sozio-