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Achtundfünfzigstes Kapitel.
hunderte das Uebergewicht bei den unorganischen Studien erlangte,und endlich in unserem auch bei der Wissenschaft des Menschenals eines verständigen und moralischen Wesens. Indess liess derZusammenhang einer solchen Wissenschaft, namentlich in letztererHinsicht, mit der von der sozialen Entwickelung die Unveränder-lichkeit der Naturgesetze so lange nicht hervortreten, als diemenschheitliche Entwickelung einem göttlichen Willen unterworfenblieb.
Man konnte wenig auf eine metaphysische Begründung rechnen,welche a priori das Dasein von Naturgesetzen dargelegt hätte,ohne deren Keime bei den wichtigsten Fällen aufzuweisen. DieEntdeckung von Gesetzen für die verwickelteren Vorgänge lässttrotz ihrer Unvollkommenheit keinen Zweifel an der Allgemeinheitdes Prinzips über die Unveränderlichkeit der Naturgesetze auf-konnuen. In dieser neuen Lage ist es der verlängerte Einflussdes monotheistischen Glaubens, der allein sich diesem Prinzip nochentgegenstellt und an der Möglichkeit einer willkürlichen Da-zwischenkunft festhält, welche in dreister Weise die fundamentaleOrdnung unterbricht. Ohne einen solchen, aller theologischenPhilosophie anhängenden Hintergedanken, hätte die moderne Ver-nunft der Ueberzeugung Platz gemacht, die der tägliche Verlaufeiner Menge von Ereignissen aller Art, die sich in Gemässheitmenschlicher Voraussicht vollziehen, hier herbeiführen muss.
Die Soziologie hat den Begriff von Naturgesetzen dadurchvervollständigt, dass sie für diese Gesetze eine Unabhängigkeit an-nahm, die mit dem Geiste der entsprechenden Studien überein-stimmte, und dass sie zeigte, wie jede Klasse von Vorgängen ihreeigenen Gesetze neben denen habe, welche aus ihren Beziehungenmit den weniger verwickelten und allgemeineren Vorgängen her-vorgehen.
In wissenschaftlicher Hinsicht zeigen die Naturgesetze einenwichtigen Unterschied, je nachdem sie gleichförmig geschehendeVorgänge oder zeitlich sich folgende zum Gegenstände haben. Diepositiven Erklärungen beschränken sich auf die Verbindung derVorgänge, die entweder ähnliche oder einander folgende sind, ohnedass sie über diese Thatsache der Aehnlichkeit oder Folge hinausetwas bieten können, da die Quelle und die Art derselben immer