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Zweiter Band.
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Neunundfünfzigstes Kapitel.

Zusammensetzung. Auch wird die Chemie immer die Grundlagefür die materielle Macht des Menschen bleiben.

Die Chemie ist von ihrer normalen Verfassung entfernter alsdie Physik; ihrer mittleren Natur entsprechend ist sie bestimmt,den Geist des Ganzen in die unorganischen Studien eindringen zulassen, welchen die organischen Studien durch die vergleichendeMethode und die abschätzende Lehre entwickeln. Hier zeigtsich die Grenze für das analytische Regiment und der Anfangfür das synthetische. Dem entgegen ist diese Wissenschaft seitder Systematisirung von Lavoisier dem Geiste der Vereinzelungüberlassen worden, welcher sie mit unzusammenhängenden That-sachen belastet. Die Chemie muss nicht vor dem mathematischenGeist geschützt werden, sondern vor der Herrschaft der Physikselbst. Durch einem Irrthum gleich dem, welcher sie treibt, diephysikalische Existenz auf die geometrische oder mechanischezurückzuführen, haben mehrere Gelehrte nur einfach physikalischeWirkungen selbst in den charakteristischen chemischen Vorgängengesehen. Diese Richtung geht aus der Uebertreibung der chemi-schen Wirksamkeit hervor, welche den physikalischen Vorgängeninnewohnt, und sie kann nur durch die Neubildung des jetzigenwissenschaftlichen Geistes in ihrem richtigen Maass gehalten werden.Indess haben die chemischen Studien trotz ihrer Unvollkommen-heit, der das Voraussehen nur in gewissen Fällen möglich ist, dasGefühl für die Naturgesetze in Bezug auf die verwickeltsten Vor-gänge der unorganischen Existenz entwickelt, die so lange soangesehen worden sind, als würden sie durch geheimnissvolle Ein-flüsse regiert und einem willkürlichen Wechsel unterworfen.

Nach Begründung der Philosophie des Unorganischen, welchemit dem analytischen Verfahren beginnen sollte, hat sich derpositive Geist zur Philosophie des Organischen erhoben, dessenCharakter immer ein synthetischer gewesen ist, trotz der schwerenIrrthümer, welche hier noch eine knechtische Nachahmung vonArbeiten festhalten, die ihr doch nur zur Unterlage gedient haben.Nach einem berühmten Ausspruch bildet das Studium des Men-schen und der Menschheit die wichtigste Wissenschaft, d. h. die,welche überhaupt die Aufmerksamkeit der bedeutendsten Geisterbeschäftigen und die Sorge der öffentlichen Vernunft sein müsse.