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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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78 Route 23.

BRAUNSCHWEIG .

Danlcwarderode.

sind neu. R. u. 1. davon kolossale Statuen; zwei aus Sandstein und Ala-baster (mit erneuerter Bemalung), Heinrich d. L. und Bischof Adelog vonHildesheim (8. 72), sowie 2 aus Holz : 8t. Blasius und Johannes d. T., alleaus dem xnr. Jahrh. Der Chor und der s. Kreuzarm sind mit romanischen* Wandmalereien geschmückt, um 1224 (im Chor Gewölbe und Wände derVierung: neutestamentl. Scenen; im Chorquadrat: Stammbaum Christi,Scenen aus dem Alten Testam. und dem Leben der HH. Johannes d. T.,Blasius, Thomas Becket ; am Gewölbe des s. Kreuzarms: Christus mitMaria thronend; an den Wänden: neutestamentl. Scenen und üeiligen-legenden); die des nördl. Kreuzarms, neu, von Brandes. Her Triumpb-balken mit Christus am Kreuz, Maria, Johannes, Engeln und den Rund-bildern der Apostel (Ilolzschnitzwerk und bemalt) ist ebenfalls neu. —ln dem wieder als Feterskapelle eingerichteten nördl. Kreuzarni dersteinerne Sarg der Markgräfin Gertrud (t 1117), der Ältermutter Heinrichsdes Löwen, sowie einige alte Holzschnitzwerke (Christusbild aus demxi. Jahrh. von Meister Imerward, Passionssäule aus dem xv. Jahrh.). Hiermündet der von der Burg herführende Gang zu der neu erbauten fürstl.Empore im nördl. Seitenschiff. Ferner werden gezeigt das TrinkhornHeinrichs d. L. (?); alter Bischofsstab, got. Monstranzen u. s. w. — Unterdem Cbor und dem Querschiff eine Krypta mit drei Apsiden, teilweiseauf Pfeilern, teilweise auf Säulen ruhend, welche Ferdinand Albrecht 1.1681 für die Bevernscbe Linie des Weifenhauses als Gruftstätte einrich-ten ließ. Von den 45 Mitgliedern des letzten Zweiges des älteren HausesBraunschweig , welche hier ruhen, fielen neun auf Schlachtfeldern (S. 81).Als letzter wurde hier der kinderlos verstorbene Herzog Wilhelm (S. 76)beigesetzt. Der 1090 angeblich auf Anstiften Kaiser Heinrichs IV. erschla-gene Markgraf Ekbert II. ruht in der Krypta, seine Grabstätte deckt eineSteinplatte mit bezüglicher Inschrift. — Treuliches Geläute.

An der Nordseite des Doms steht auf mehrmals erneutem Euß-gestell ein in Erz gegossener *Löwe (Pl.ll: D 5), mit geöffnetemRachen, welchen Heinrich der Löwe als Zeichen seiner Oberhoheit1166 aufrichten ließ, 1858 restauriert. Bis 1486 hielten hierdie herzogl. Vögte öffentlich Rügegeriolit. — Östl. vom Löwen-denknial der Palas Heinrichs des Löwen (PI. 4: D 4, 5), welchender Herzog 1150-60 an Stelle der ehern. Burg Dankwarderode imroman . Stil erbauen ließ; ein 40m 1., 13nt br. zweigeschossigerSaalbau, welcher unter Leitung des Baurats Winter einheitlich inroman. Stil wieder hergestellt worden und bis auf die innere Aus-schmückung vollendet ist. Der später mehrmals durch Brand be-schädigte, durch Um- und Anbauten entstellte Palast diente vor-übergehend unter dem Namen „Mosthaus“ der herzogl. Hofhaltung,seit der westfäl. Zeit und bis zu einem abermaligen Brande 1873militärischen Zwecken. Der Turm mit seinen ruinenartigen An-sätzen bezeichnet die Stelle der ehemal. Burgkapelle, auch derVerbindungsgang zwischen deT Burg und dem Dom ist erneuert.

Auf dem Wilhelmsplatz, südl. vom Dom, eine alte Linde, vonder Sage bis auf Heinrich d. L. zurückgeführt. Ö. in der Münz-straße das Land- u. Oberlandesgericht und die Polizeidirektion (PI.D 5), im ital. Renaissancestil, ersteres von Lilly, letztere vonBohnsack; in der südl. Verlängerung der Straße das stattlicheDirektionsgebäude der Gas- u. Wasserwerke , got. Stils von Wiuter.— ( Agidienhalle , Lessingdenkmal^ Siegesdenkmal s. S. 81/80).

Von hier zum Schloßplatz (PI. E5), welchen seit 1874*ftd(er-standhilder der Herzoge Friedrich Wilhelm (PI. 7), von Hähnel, und