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Meisters und Lehrburschcu einen starken Artikel aus. Das römischeGesetz schweigt hierüber gänzlich, und ich kenne kein griechisches oderlateinisches Wort (ich glaube, ich darf behaupten, daß es auch keinesgiebt), welches den Begriff ausdruckt, den wir heute mit dem WorteLchrburschc verbinde», nämlich einen Diener, der in einem bestimm-ten Gewerbe eine Reihe von Jahren hindurch zum Vortheil einesMeisters unter der Bedingung zu arbeiten gezwungen ist, daß derMeister ihm dies Gewerbe lehrt ^).

Eine lange Lehrzeit ist durchaus unnöthig. Künste, die weithöher stehen, als gemeine Gewerbe, wie etwa die der Uhrmacher, ent-halten keine solchen Geheimnisse, daß sie einen langen Untcrrichts-eursuö erforderten. Die erste Erfindung so schöner Maschinen freilich,und selbst die Erfindung einiger zu ihrer Verfertigung nöthigen In-strumente, mußte ohne Zweifel das Resultat eines tiefen Nachdenkensund langer Zeit sein, und kann mit Recht unter die glücklichstenWerke des menschlichen Geistes gerechnet werden; aber nachdem sieeinmal vollständig erfunden und wohl verstanden sind, so kann cSnicht mehr als den Unterricht einiger Wochen, ja vielleicht nur deneiniger Tage erfordern, einem jungen Menschen aufs Vollständigstezu zeigen, wie die Instrumente zu handhaben, und die Maschinen zuverfertigen seien. In den gemeinen mechanischen Gewerben kminein Unterricht von wenigen Tagen gewiß hinreichen. Allerdingskann die Handfertigkeit selbst in gemeinen Gewerben nicht ohne vieleUebung und Erfahrung erworben werden; aber cS würde sich einjunger Mensch mit weit mehr Fleiß und Aufmerksamkeit üben, wenner von Anfang an als Gesell arbeitete, so daß er nach Verhältnißder geringen Arbeit, die er ausführen könnte, bezahlt würde, undseinerseits wiederum die Materialien bezahlte, die er aus Ungeschick-lichkeit und Unerfahrcnheit zuweilen verdürbe. Seine Erziehunglvürdc auf diese Weise im Allgemeinen erfolgreicher und stets wenigerUnangenehm und kostspielig sein. Es würde freilich der Meister dabeiderlieren: er würde allen Lohn des Lehrburschcu, den er jetzt für sichbehält, ganze sieben Jahre hindurch verlieren; am Ende wäre viel-leicht auch der Lchrburschc selbst im Verluste: denn er würde i» einemiv leicht erlernten Gewerbe mehr Concurrcntcn habcnj und sein LohnU'ürdc, sobald er ein ausgekernter Handwerker geworden, viel gerin-