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Die Einführung des Lehnsrcchtes war soweit davon entfernt,das Ansehen der großen Ailodialeigenthümer zu erweitern, daß sievielmehr als ein Versuch angesehen werden muß, dasselbe einzuschrän-ken. Dieses Recht führte eine regelmäßige Subordination ein, dievon einem langen Zuge von Diensten und Pflichten vom Königeherab bis zu dem kleinsten Eigenthümer begleitet waren. Währendder Minderjährigkeit des Eigcnthümers fiel die Rente und die Ver-waltung des Gutes in die Hände seines unmittelbaren Lehnsherrn,und folglich bei allen großen Eigenthümern in die Hände des Kö-nigs, der dann die Pflicht hatte, für den Unterhalt und die Erzie-hung des Mündels zu sorgen, und dem man das Recht zuerkannte,ihn zu vcrhcirathen, wofern die Partei nur nicht unter seinem Standewar. Obgleich jedoch diese Einrichtung nothwendig darauf abzielte,das Ansehen des Königs zu heben, und das der großen Eigenthümerzu schwächen, so konnte sie doch keines von beiden so vollständigdurchsetzen, daß Ordnung und eine gute Regierung unter den Bewoh-nern des offenen Landes hergestellt wurde: denn sie konnte eben jenenZustand des Eigenthums und der Sitten, aus dem die Unordnungentsprang, nur wenig ändern. Das Ansehen der Regierung bliebimmer noch in dem Haupte zu schwach, und in den untergeordnetenGliedern zu stark, und gerade die übermäßige Stärke der untergeord-neten Glieder war die Ursache der Schwäche des Hauptes. DerKönig war nach der Einführung der Lehnsuntcrordnung immer nocheben so unfähig, die Gewaltthätigkeiten der großen Herren einzu-schränken, als er cö vorher gewesen war; sie fuhren fort, »ach eigenemGutdünken fast unaufhörlich mit einander Krieg zu führen, und nichtselten auch ihren König zu bekriegen: das offene Land blieb nach wie vorein Schauplatz der Gewaltthätigkeit, des Raubes und der Unordnung.

Was aber alle Gewalt der Lchnseinrichtungen niemals hattebewirken können, das brachte der stille und unmerklichc Einfluß desauswärtigen Handels und der Manufakturen nach und nach zuStande. Diese lieferten den großen Eigenthümern allmälig Dinge,gegen welche sie das ganze überschüssige Produkt ihrer Ländereienvertauschen, und die sie selber ganz genießen konnten, ohne daß siesie mit ihren Grundholden und ihren Hoflcutcn zu theilen brauchten.Alles für uns selbst und Nichts für Andere, das scheint zu allen ZcU