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der Lehranstalt, welche sie verlassen wollen, nachgesucht und erhaltenzu haben, auf eine andere zu gehen, muß diesen Wetteifer geradezuunterdrücken. Wenn in einer Lehranstalt der Lehrer oder Professor,der jeden Studirenden in den Künsten und Wissenschaften zu unter-richten hat, nicht von dem Studirenden selbst freiwillig gewählt,sondern von dem Vorsteher der Anstalt ernannt würde, und wennder Studirendc, im Falle sein Lehrer nachlässig, ungeschickt odergrob wäre, ihn doch nicht ohne nachgesuchte und erhaltene Erlaubnißmit einem anderen vertauschen dürfte: so würde eine solche Einrich-tung nicht nur allen Wetteifer unter den verschiedenen Lehrern einer-und derselben Anstalt vernichten, sondern bei allen die Nöthigungzum Fleiße und zur Sorgfalt für ihre Zöglinge fast ganz aufheben.Solche Lehrer können dann, wenn sie auch von ihren Zuhörern schrgut bezahlt werden, dennoch ebenso leicht in Versuchung kommen,dieselben zu vernachlässigen, als andere, die gar nicht von ihnenbezahlt werden und außer ihrem Gehalte kein weiteres Einkommenbeziehen.
Wenn der Lehrer ein Mann von gesundem Sinne ist, so mußcö für ihn höchst unerquicklich sein, bei seinen Vorlesungen das Be-wußtsein zu haben, daß er sinnloses Zeug oder wenigstens nichtsviel Besseres spricht oder vorliest. ES muß auch unangenehm fürihn sein, wenn er steht, daß der größte Theil seiner Zuhörer dieVorlesungen verläßt oder sie wenigstens mit offenbaren Zeichen vonUnaufmerksamkeit, Verachtung und Spott anhört. Ist er dahergenöthigt, eine gewisse Anzahl von Vorlesungen zu halten, so könnenschon diese Motive allein ohne alles andere Interesse ihn antreiben,daß er sich einige Mühe giebt, seine Vorlesungen erträglich zu ma-chen. Indeß giebt cö auch wieder allerlei Kunstgriffe, wodurch die-sen Reizmitteln zu»! Fleiße die Spitze genommen wird. Der Lehrerkann z. B., anstatt seinen Zuhörern die Wissenschaft, welche erihnen beibringen soll, selbst auseinander zu setzen, ei» darüber ge-schriebenes Buch vorlesen, und wenn dieses Buch in einer alten »Ver-fremden Sprache geschrieben ist, schon dann eine Vorlesung zu hal-ten meinen, wenn er cS ihnen in die Muttersprache übersetzt, oderwenn er, waS noch weniger Mühe kostet, sie dasselbe übersetzen läßtund nur hier und da eine gelegentliche Bemerkung macht. Dazu