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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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befähigt ihn schon der geringste Grad von Kenntnissen und Fleiß,und er braucht sich nicht der Verachtung oder dem Spotte auszu-setzen, noch Etwas zu sagen, was geradezu dumm, abgeschmackt oderlächerlich ist. Auch macht cS ihm die in der Lehranstalt eingeführteZucht möglich, alle Zöglinge zum pünktlichsten Besuche seiner Pseudo-Vorträge und zur Beobachtung eines anständigen und ehrerbietigenBetragens während der Stunde anzuhalten.

Ueberhaupt ist die Zucht in den Lehranstalten und auf den Uni-versitäten nicht für das Beste der Lernenden, sondern für den Vor-theil oder vielmehr für die Bequemlichkeit der Lehrenden eingerichtet.Ihr Zweck ist in allen Fällen der, das Ansehen des Lehrers aufrechtzu erhalten, und jedenfalls, mag eine Pflicht versäumen oder er-füllen, die Schüler zu einem solchen Betragen gegen ihn zu zwingen,als wenn er den größten Fleiß und die größte Gcschicklichkcit be-wiese. Sie scheint bei den Lehrern die vollkommenste Weisheit undTugend, bei den Lernenden aber die größte Schwäche und Thorheitvorauszusetzen. Und doch, glaube ich, giebt cS kein Beispiel, daßdie Schüler, wenigstens dem größten Theile nach, jemals ihrePflicht verkannt hätten, wenn die Lehrer nur wirklich die ihrige tha-ten. Es braucht niemals der Zucht, um den Besuch solcher Vor-trägt, die des Anhörcns wirklich werth sind, zu erzwingen; dieszeigt die Erfahrung überall, wo solche Vortrüge gehalten werden.Bei Kindern freilich oder sehr jungen Knaben mag ein gewisser Gradvon Zwang nöthig sein, um sie zum Achtgeben auf diejenigen Untcr-richtsgcgenstände anzuhalten, welche man ihnen in dieser ersten Pe-riode des Lebens beibringen zu müssen glaubt; aber nach dem zwölf-ten oder dreizehnten Jahre braucht es dazu schwerlich mehr einesZwanges, wenn nur der Lehrer thut, was er soll. Unter denmeisten jungen Leuten findet sich ein so guter Geist, daß sie, weitentfernt den Unterricht des Lehrers zu versäumen oder zu verachten,

— wenn er nämlich den ernsten Willen zeigt, ihnen nützlich zu sein,

— im Allgemeinen vielmehr geneigt sind, selbst viele Fehler in derVerrichtung seines Amtes zu verzeihen, und manchmal sogar grobeVernachlässigungen vor dem Publikum zu verbergen.

Man wird finden, daß diejenige» UnterrichtSgegenständc, fürwelche keine öffentlichen Anstalten bestehen, in der Regel am Besten