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standen so sehr unter seinem unmittelbaren Schutze, daß alle ihreGlieder, die Lehrer sowohl als die Studircndc», das sogenanntelionolioim» tllori hatten, d. h. daß sie von der bürgerlichen Ge-richtsbarkeit des Landes, in welchem die Universität lag, ausgenom-men und nur vor den geistlichen Tribunalen bclangbar waren. Waöauf den meisten dieser Universitäten gelehrt wurde, entsprach demEndzwecke ihrer Einrichtung und war entweder Theologie oder Etwas,was bloß zur Vorbereitung auf die Theologie diente.
AIS das Christenthum zuerst gesetzlich eingeführt wurde, warein verdorbenes Latein die allgemeine Sprache der westlichen LanderEuropa 'ö geworden. Darum wurde auch der Gottesdienst in diesemverdorbenen Latein abgehalten, und die Bibelübersetzung in dieserSprache in den Kirchen vorgelesen: denn sie war ja die allgemeineSprache deS Landes. Nach dem Eindringen der barbarischen Völ-kerschaften, die daö römische Reich zerstörten, hörte das Latein nachund nach auf, die Sprache irgend eines europäischen Landes zu sein.Aber die Verehrung der Menschen hält natürlich noch lange Zeit diefestgcwordencn Formeln und Ceremonien der Religion aufrecht, nach-dem die Umstände, durch welche sie eingeführt wurden und unterdenen sie allein vernünftig sind, längst aufgehört haben. Obgleichdaher das Latein von der großen Masse des Volkes nicht mehr ver-standen wurde, so blieb man doch dabei, den Gottesdienst in dieserSprache zu halten. So setzten sich in Europa ähnlich wie im altenAcgyptcn zwei verschiedene Sprachen fest: eine Sprache der Priesterund eine Sprache deS Volkes, eine heilige und eine profane, eine gelehrteund eine ungclehrtc Sprache. Nun war es doch aber nothwendig,daß die Priester Etwas von jener heiligen und gelehrte» Sprache, inder sie die gottesdienstlichen Handlungen zu verrichten hatten, ver-standen, und so wurde daö Studium des Lateinischen von Anfangan ein wesentlicher Theil des Universitätsuntcrrichts.
Mit dem Griechischen und Hebräischen hatte es nicht die näm-liche Bewandtnis;. Die unfehlbaren Aussprüchc der Kirche hattenerklärt, daß die lateinische Uebersetzung der Bibel, die man dieValgatn nannte, ebenso von; göttlichen Geiste diktirt worden sei unddaher das nämliche Ansehe» habe, als die griechische und hebräischeUrschrift. Da folglich die Kenntniß dieser beiden Sprächet, kein