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einer civilisirten nnd handeltreibenden Gesellschaft die Aufmerksamkeitdes Staates mehr als die Erzichnug der Vornehmeren und Begü-terteren. Vornehme und vermögende Jünglinge haben gewöhnlichschon ihr achtzehntes oder neunzehntes Jahr erreicht, ehe sie in einbesonderes Geschäft, Amt oder Gewerbe eintreten, durch welches siesich in der Welt Ehre erwerben wollen. Sie haben also vorherZeit genug, sich alle Fertigkeiten, wodurch sie sich der öffentlichenAchtung empfehlen oder sich ihrer würdig machen können, zu erwer-ben oder sich wenigstens auf deren Erwerbung vorzubereiten. IhreAcltern oder Vormünder sind gemeiniglich besorgt genug, ihnen dieseVorzüge zu verschaffen, und verstehen sich mcistcnthcils sehr gerndazu, den zu diesem Zwecke erforderlichen Aufwand zu bestreiken.Wenn Jene nicht immer so erzogen werden, wie es sein sollte, soliegt das selten daran, daß zu wenig Kosten auf ihre Erziehung ver-wendet worden sind, sondern daran, daß das ausgegebene Geld un-zweckmäßig angewendet wurde. Der Grund ist nicht der, daß manes an Lehrern fehlen ließ, sondern der, daß die Lehrer, welche zuhaben waren, keine Fähigkeiten hatten und keinen Fleiß anwendeten,und daß es in dem heutigen Zustande der Dinge schwer, ja fast un-möglich ist, bessere zu finden. Auch sind die Beschäftigungen, denenvornehme oder reiche Leute den größten Theil ihres Lebens widmen,nicht so einfach nnd einförmig, als die Geschäfte der gemeinerenStände. Sie sind beinahe sämmtlich sehr zusammengesetzt, undgeben dem Kopfe mehr als den Händen zu thun. Selten kann derVerstand Derer, die solche Beschäftigungen haben, auö Mangel anUebung stumpf werden. Auch sind die Beschäftigungen vornehmererund reicherer Leute selten der Art, daß sie vom Morgen bis zumAbend unausgesetzte Anstrengung erfordern. Es bleibt ihnen ge-wöhnlich noch so, viel Muße übrig, daß sie sich in jedem Zweigenützlicher oder zur Zierde gereichender Kenntnisse, zu denen sie inihrer Jugend entweder den Grund gelegt oder an denen sie Geschmackgewonnen haben, vervollkommnen können.
Ganz anders verhält es sich mit Leuten aus dem gemeinenStande. Sie können nur wenig Zeit auf ihre Erziehung wenden.Ihre Aeltcrn können kaum so viel erschwingen, sie während der Kin-dcrjahre zu erhalten. Sobald sie nur im Stande sind, Etwas zu