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dic Erlernung jener Uebungen zu einer unerläßlichen Bedingung,da er ohne sie zum Heeresdienste unmöglich geschickt sein konnte.

Daß bei weiterem Fortschreiten der Kultur dic kriegerischenUebungen, wofern dic Regierung nicht eigens darauf hält, nach undnach in Verfall kommen, und daß damit zugleich der kriegerische Geistbei der Masse des Volkes verloren geht, hat sich an dem Beispieledes neueren Europa's deutlich genug gezeigt. Und doch hängt dicSicherheit jeder Gesellschaft immer mehr oder weniger von dem krie-gcrischen Geiste ab, der in der Masse des Volkes lebt. Zwar ist inunserer Zeit der kriegerische Geist allein, wenn er nicht durch einwohlgeordnetes stehendes Heer untcrstüht wird, schwerlich mehr hin-reichend, einer Gesellschaft Schuh und Sicherheit zu gewähren.Aber wenn jeder Bürger den Muth eines Soldaten hätte, so bedürftees gewiß nur cincö kleineren stehenden Heeres. Auch würde dieserGeist bei den Bürgern die wahren oder eingebildeten Gefahren, dicman von einem stehende» Heere für dic Freiheit befürchtet, sicherlichsehr vermindern. So wie er dic Operationen dieses Heeres gegeneinen äußeren Feind auf alle Weise erleichtern würde, so würde ersie auf alle Weise erschweren, wenn das Heer unglücklicherweise gegendic Verfassung deö Staates gebraucht werden sollte.

Dic alten Einrichtungen Griechenlands und RomS scheinen zurBelebung deS kriegerischen Geistes unter der Masse des Volkes vielmehr beigetragen zu haben, als dic Errichtung der sogenanntenMilizen in Heileren Zeiten. Sie waren viel einfacher. Waren sieerst einmal eingeführt, so sehten sie sich von selbst in Vollzug, undeö bedurfte nur eine sehr geringe oder gar keine Sorgfalt von Seitender Regierung, um sie in voller Kraft zu erhalten. Wenn hingegendicö komplicirtc Wesen unserer Milizen auch nur einigermaaßen inGang erhalten werden soll, so muß die Regierung fortwährend mitallem Fleiße darauf Acht haben, daß sie nicht gänzlich außer Uebungund in Verfall kommen. Uebcrdieö war der Einfluß jener altenAnstalten weit allgemeiner, da durch sie das ganze Volk vollkommenin dem Gebrauche der Waffen unterrichtet wurde, wogegen nach derEinrichtung der heutigen Miliz, wenn man etwa dic schweizerischeausnimmt, nur ein sehr kleiner Theil deS Volkes in den Waffengeübt werden kann. Und doch entbehrt ein Feiger, ein Mensch, derIV. 8