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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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waö jcdcr weise Gesetzgeber nach Kräfte» zu verhüten bemüht seinwird, weil derselbe in jeder anderen Religion, außer der wahren,höchst verderblich ist, und auch selbst der wahren Religion schadenmuß, in sofern er in sie eine starke Beimischung von Aberglauben,Thorheit und Täuschung bringt. Jcdcr geistliche Praktiker wird,um sich selbst in den Augen der Seinen als eine werthere und heili-gere Person darzustellen, sie mit dem heftigsten Abscheu vor allenanderen Sekten erfüllen, und stets darnach trachten, die ermattendeAndacht seiner Zuhörer durch irgend etwas Neues wieder anzufachen.Auf Wahrheit, Moral oder Anstand wird dann bei dem Vortragewenig Rücksicht genommen, und jeder Lehrsatz ist um so willkom-mener , je mehr er mit den regellosen Leidenschaften der menschlichenNatur zusammenstimmt. Immer mehr Kunden werden in jedenKonvcntikcl gezogen, indem man mit immer neuer Emsigkeit undKunst auf die Leidenschaften und die Leichtgläubigkeit des niederenVolkes wirkt. Und am Ende muß die bürgerliche Obrigkeit finden,daß sie ihre angebliche Sparsamkeit, die sie bewog, den Priesternkein stehendes Einkommen auszusetzen, theuer bezahlt hat, und daßin der That daö anständigste und vorthcilhafteste Abkommen, welchessie mir den geistlichen Führern schließen kau», das ist, daß sie durchZuweisung fester Besoldungen und dadurch, daß sie es für sie über-flüssig macht, »och thätiger zu sein, als es blos nöthig ist, um ihreHccrdc von der Verirrung auf fremde Weiden abzuhalten, ihreLässigkeit im Amte erkauft. Und auf diese Weise wird ein Kirchen-vermögen, wenn gleich es zuerst gewöhnlich bloß aus religiösen Ab-sichten entstand, sich am Ende doch auch dem politischen Interesse derGesellschaft förderlich zeigen."

Waö aber auch immer die guten oder schlechten Folgen einerunabhängigen Versorgung der Geistlichen gewesen sein mögen, sohat man ihr sie doch wohl nur sehr selten um dieser Folgen willenzugewandt. Zeiten heftiger RcligionSstreitigkeiten sind gewöhnlichauch Zeiten eben so heftiger politischer Parteiungen gewesen. Insolchen Verhältnissen findet es jede politische Partei nützlich oderglaubt wenigstens, baß cS ihr nützlich sei, wenn sie sich mit der einenoder der anderen der streitenden Religionssckten verbündet. Dieskann aber nur geschehen, indem sie die Lehrsätze dieser besonderen