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Sekte annimmt oder wenigstens begünstigt. Die Sekte, welche daSGlück hatte, mit der siegenden Partei im Bündnisse zu sein, theiltenothwendig die Vortheile dcö Sieges ihres Verbündeten, unter dessenBegünstigung und Schutz sie sich dann bald in Stand gesetzt sah,ihre Gegner mehr oder weniger zum Schweigen zu bringen und zuunterjoche». Diese Gegner hatten sich gemeiniglich mit den Feindender siegenden Partei verbunden, und waren daher auch selbst Feindedieser Partei. Wenn nun die Geistlichkeit einer bestimmten SekteHerr des Schlachtfeldes geblieben war, und ihren Einfluß und ihrAnsehen bei der Masse des Volkes aufö Höchste gespannt hatte, sowurde sie dadurch mächtig genug, selbst die Führer und Häupterihrer eigenen Partei in Ehrfurcht zu erhalten und die bürgerlicheObrigkeit zur Achtung gegen ihre Meinungen und Neigungen zuzwingen. Ihr erstes Verlangen war gewöhnlich das, daß ihreGegner zum Schweigen und zur Unterwerfung gebracht wurden;das zweite aber das, daß man ihr eine unabhängige Versorgunggebe. Da sie gewöhnlich zu dem Siege nicht wenig beigetragenhatte, so schien es gar nicht unbillig, daß sie auch an der Beute ihrenAntheil erhalte. Sie war cS überdies müde, um die Gunst desVolkes zu buhlen, und von dessen Launen ihren Unterhalt zu erwarten.Sie nahm also, indem sie jenes Verlange» stellte, nur auf ihreigenes Wohlsein Bedacht, ohne sich viel darum zu kümmern, welcheFolgen dies in Zukunft für den Einfluß und das Ansehen ihresStandes haben würde. Die bürgerliche Obrigkeit, welche jenemVerlangen nur dadurch entsprechen konnte, daß sie der GeistlichkeitEtwas gab, was sie lieber für sich genommen oder behalten hätte,beeilte sich selten sehr, darauf einzugehen. Doch am Ende sah siesich immer gezwungen, nachzugeben, wenn sie gleich oft vorher allemöglichen Verzögerungen, Wendungen und Ausflüchte versuchte.
Wenn aber die Politik niemals die Religion zu Hülfe gerufen,wenn die siegende Partei niemals die Lehrsätze der einen Sekte denender anderen vorgezogen und alö die ihrigen angenommen hätte, sowürde sie nach Erlangung des Sieges wahrscheinlich alle Sektengleichmäßig und unparteiisch behandelt und Jedermann gestattet ha-ben , sich seinen Priester und seine Religion zu wählen, wie es ihmgefiele. In diesem Falle würde es ohne Zweifel eine große Menge