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religiöser Sekten gegeben haben. Fast jede Gemeinde hätte dannwahrscheinlich eine kleine Sekte für sich ausgemacht und eigene Lehr-sätze festgehalten. Jeder Lehrer würde sich gezwungen gesehen haben,die äußerste Anstrengung zu machen und alle Kunst aufzubieten, umdie Zahl seiner Schüler zu erhalten und zu vermehren. Da cS abermit jedem anderen Lehrer ebenso gestanden hatte, so hätte kein Lehrerund keine Sekte großes Glück machen könne». Nur da kann dereigennützige und thätige Eifer der Religionölchrcr gefährlich undbeunruhigend werden, wo es entweder nur eine geduldete Sekte inder Gesellschaft giebt, oder wo die ganze Gesellschaft in zwei oderdrei große Sekten getheilt ist, und die Lehrer einer jede» nach Ueber-einstimmung handeln, weil sie durch eine bestimmte Kirchenzncht undAmtSstcllung dazu gezwungen sind. Wo sich aber die Gesellschaftin zwei- oder dreihundert, vielleicht gar in viele tausend kleine Sektentheilt, deren keine groß genug ist, um die öffentliche Ruhe zu stören:da ist jener Eifer durchaus linschädlich. Die Lehrer jeder Sektemüssen, da sie sich auf allen Seiten von mehr Feinden als Freundenumgeben sehen, sich nothwendig jener Aufrichtigkeit und Mäßigungbefleißigen, die man so selten unter den Lehrern der großen Sektenfindet, deren Lehrsätze, von der bürgerlichen Obrigkeit unterstützt,von fast allen Einwohnern eines großen Reiches in Ehren gehaltenwerden, und die daher Nichts als Anhänger, Schüler und demüthigeBewunderer um sich herum sehen. Die Lehrer jeder kleinen Sektewürden, da sie sich beinahe ganz allein fänden, sich gezwungen sehen,den Lehrern jeder anderen Sekte mit Achtung zu begegnen, und sokönnten die Conecssivncn, die sie einander zu machen für gut fänden,mit der Zeit bei der Mehrzahl zu derjenigen reinen und vernünftigenReligion führen, die von jeder Beimischung von Ungereimtheit,Betrug und Fanatismus so frei wäre, wie sie zu allen Zeiten dieweisen Menschen zu sehen wünschten, wie sie aber auch vielleichtniemals durch positive Gesetze eingeführt worden ist, und wahrschein-lich auch niemals in irgend einem Lande eingeführt werden wird:denn in Betreff der Religion erlag daö positive Gesetz jederzeit mehroder weniger dem Einflüsse des VolkSabcrglaubenü und der VolkS-schwärmerci, und wird von ihm wahrscheinlich niemals unabhängigwerden. Dieser Plan eines KirchenregimcnteS oder vielmehr —