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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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gen, daß es seinen Gehorsam einem orthodoxeren und sorgsamerenFürsten zuwende. Sollte der Fürst aber sich einer ihrer Forderungenoder Anmaßungen widersetzen, so ist die Gefahr nicht minder groß.Diejenigen Fürsten, welche cö wagten, sich auf diese Weise gegen dieKirche aufzulehnen, wurden nicht nur dcö Verbrechens der Empö-rung, sondern gewöhnlich auch noch dcö Verbrechens der Ketzereiangeklagt, so feierlich sie auch ihren Glauben und ihre demüihigeUnterwerfung unter jeden Artikel, den ihnen die Kirche vorschreibenmöchte, bezeugt haben. Nun ist aber das Ansehen der Religionhöher als das jeder anderen Autorität. Die Furcht, welche sie er-regt, überwiegt jede andere Furcht. Wenn die vom Staate geneh-migten Lehrer der Religion unter der Masse des Volkes Lehren ver-breiten, die das Ansehen des Staatsoberhauptes untergraben, sokann dieses fein Ansehen auf keine andere Weise, als durch Gewaltoder mittelst eines stehenden Heeres behaupten. Selbst ein stehendesHeer kann ihm in diesem Falle keine dauernde Sicherheit gewähre»,weil die Soldaten, wenn sie nicht Ausländer, was nnr selten derFall ist, sondern aus der Masse dcö Volkes genommen sind, wie eSfast immer geschieht, sehr leicht und in kurzer Zeit durch die näm-lichen Lehren verführt werden. Die Revolutionen, welche die un-ruhige griechische Geistlichkeit fortwährend in Konstantinopel hervor-rief, so lange das oströmischc Reich bestand, — die Zerrüttungen,welche während mehrerer Jahrhunderte die unruhige römische Geist-lichkeit in allen europäischen Ländern veranlaßte, beweisen hinläng-lich , wie mißlich und unsicher die Lage eines Fürsten ist, der keinerechten Mittel hat, auf die Geistlichkeit der herrschenden Kirche inseinem Lande Einfluß zu üben.

Glaubensartikel, so wie alle anderen geistlichen Gegenstände,sind offenbar nicht die Sache eines weltlichen Herrschers, der wohlzur Bcschützung des Volkes, selten aber nur zu seiner Belehrung dienöthigen Eigenschaften hat. In Betreff solcher Gegenstände kannalso sein Ansehen selten groß genug sein, um dein Ansehen der ver-einigten Geistlichkeit der herrschenden Kirche das Gegengewicht zuhalten. Und doch kann oft die öffentliche Ruhe und seine eigeneSicherheit von den Lehren abhängen, welche die Geistlichkeit übersolche Gegenstände zu verbreiten für gut findet. Da er nun selten