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Mittel, um Glieder des englischen Parlamentes fügsam zu machen;aber sie fanden sie im Allgemeinen ebenso unlcnksam. Gegenwärtigwird das englische Parlament auf eine ganz andere Weise behandelt,und ein kleiner Versuch, den der Herzog von Choiseul vor etwa 12Jahren mit dem Pariser Parlamente machte, bewies hinlänglich,daß sämmtliche französische Parlamente auf gleiche Art viel leichterhätten gewonnen werden können. Der Versuch wurde nicht weiterverfolgt. Denn obgleich Feinheit und Ncbcrrcdung immer das leich-teste und sicherste Werkzeug der Regierung ist, wie Zwang und Ge-waltthätigkeit umgekehrt ihr schlechtestes und gefährlichstes ist, so istdoch, wie cS scheint, der natürliche Trotz des Menschen so groß, daßer die Anwendung des guten Werkzeuges fast immer verschmäht, solange er sich noch des anderen bedienen kann und zu bedienen wagt.Die französische Regierung konnte und durfte Gewalt brauchen, undverschmähte es daher, Feinheit und Ncbcrrcdung anzuwenden. Aberdie Erfahrung aller Zeiten lehrt, wie ich glaube, daß cS keinenStand giebt, bei welchen: die Anwendung von Zwang und Gewaltso gefährlich oder geradezu so verderblich wäre, als bei der geachtetenGeistlichkeit einer herrschenden Kirche. Die Rechte, die Privilegienund die persönliche Freiheit jedes Geistlichen, der bei seinem Standegut angeschrieben steht, werden selbst unter den despotischsten Regie-rungen mehr geachtet, als die Rechte irgend ciiwr anderen Personvon gleichem Range und Vermögen. So verhält es sich auf jederStufe des Despotismus, von dem sanften und milden Despotismusin Paris an bis zu dem gcwaltthätigcn und wüthenden in Konstan-tinopel. Aber obgleich dieser Stand säst niemals mit Gewalt ge-zwungen werden kann, so ist er doch ebenso leicht als jeder andere.mit Feinheit zu bearbeiten, und von den Mitteln, die der Fürst dazuin Händen hat, hängt, so scheint es, sowohl seine eigene Sicherheitals die öffentliche Ruhe ab. Diese Mittel bestehen aber ganz alleinin den Beförderungen, welche der Fürst zu Theil werden lassen kann.
Nach der ältesten Verfassung der christlichen Kirche wurde derBischof jedes Sprengels durch die vereinigten Stimmen der Geist-lichkeit und des Volkes gewählt. DaS Volk blieb nicht lange imBesitze des Wahlrechts, und auch in der Zeit, wo ihm dasselbe zu-stand, handelte es doch fast immer unter dem Einflüsse der Gciftlich-IV. 9