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keit, die i'n solchen geistlichen Dingen sein natürlicher Führer zu seinscheint. Doch wurde die Geistlichkeit auch dieser Mühe, das Volkbearbeiten zu müssen, bald überdrüssig, und fand es leichter, ihreBischöfe allein zu wählen. Auf gleiche Weise wurde, wenigstens inden meisten Klöstern, der Abt von den Mönchen gewählt. Allegeringeren geistlichen Pfründen des Sprengels wurden von demBischof vergeben, der sie denjenigen Geistlichen zukommen ließ, dieer dazu am Liebsten nehmen mochte. Mithin waren alle Beförde-rungen zu kirchlichen Würden in den Händen der Kirche selbst.Wenn der Landesherr auch einigen mittelbaren Einfluß auf dieseWahlen hatte, und wenn gleich es hie und da üblich war, seineEinwilligung zur Wahl und seine Bestätigung des Gewählten ein-zuholen, so hatte er doch keine unmittelbaren und hinlänglichen Mit-tel, die Geistlichkeit zu bestimmen. Den einzelnen Geistlichen leitetenatürlich sein Ehrgeiz dazu an, sich weniger dem Staatsoberhaupteals seinem eigenen Stande gefällig zu machen, weil er nur von demletzteren Beförderung erwarten konnte.
In dem größten Theile von Europa zog der Papst nach undnach zuerst die Vergebung aller Bisthümcr und Abteien oder dersogenannten Konsistorialpfründen, später aber auch durch allerleiMachinationen und Vorwände die Vergebung der meisten kleinerenPfründen des Sprengels an sich, so daß dem Bischof wenig mehrübrig blieb, als schlechterdings nothwendig war, um ihm unter sei-nen Geistlichen das erforderliche Ansehen zu geben. Durch dieseAnordnung wurde die Lage dcS Staatsoberhauptes noch schlimmerals sie gewesen war. Die Geistlichkeit aller europäischen Länderbildete sich nun zu einer Art von geistlichen Armee aus, die zwar inverschiedene Quartiere vertheilt war, deren Bewegungen und Opera-tionen aber von Einem Haupte geleitet und nach Einem gleichförmigenPlane eingerichtet werden konnten. Die Geistlichkeit jedes einzelnenLandes konnte als eine besondere Abtheilung, ein Dctachcment, die-ser Armee angesehen werden, deren Operationen sehr leicht von allenübrigen in den umliegenden Ländern einquartierten Abtheilungenunterstützt und verstärkt werden konnten. Jedes solche Dctachcmentwar nicht nur von dem Fürsten des Landes, worin es einquartiertwar und unterhalten wurde, unabhängig, sondern war auch von