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verschwenderischsten Gastfreundschaft und zur ausgedehntesten Mild-thätigkeit. Auch soll die Gastfreundschaft und die Mildthätigkeit derGeistlichkeit in allen Zeiten sehr groß gewesen sein. Sie erhielt nichtnur fast alle Armen des Königreichs, sondern auch manche Ritterund Edelleute hatten oft kein anderes Mittel, sich zu ernähren, alsdaß sie von einem Kloster zum anderen reisten, zwar unter dein Vor-munde der Frömmigkeit, in der That aber, um sich die Gastfreiheitder Geistlichkeit zu nutze zu machen. Das Gefolge manches Präla-ten war oft zahlreicher als das des größten weltlichen Herrn, unddas Gefolge der gcsamnitcn Geistlichkeit war vielleicht zahlreicher alsdas sämmtlicher weltlicher Herren. Es war unter der Geistlichkeitimmer mehr Einigkeit als unter den weltlichen Herren. Die Ersterenstanden unter einer geregelten Zucht und unter der Oberherrschaftdes Papstes; die Letzteren standen unter gar keiner Zucht oder Ober-herrschaft, sondern waren fast immer auf einander und auf denKönig eifersüchtig. Wenn daher auch die Vasallen und Dienstlcutcder Geistlichkeit weniger zahlreich gewesen wären, als die der welt-lichen Herren (und der Vasallen hatte sie wahrscheinlich viel weni-ger), so würde sie durch ihre Einigkeit doch fürchterlicher gewordensein, als die weltlichen Herren. Auch gab ihr ihre Gastfreundlich-keit und Mildthätigkeit nicht nur eine große weltliche Macht, sondernvermehrte auch noch das Gewicht ihrer geistlichen Waffen. DieseTugenden verschafften ihr die größte Achtung und Verehrung unterden niederen Volksklasscn, unter denen viele Leute immerwährend,fast Alle aber gelegentlich von der Geistlichkeit gespeist wurden.Alles, was dein so geliebten Stande gehörte oder sich nur auf ihnbezog, die Besitzungen, die Privilegien, die Glaubenslehren, erschienden Augen des gemeinen Volkes als etwas Heiliges, und in jederwirklichen oder vorgeblichen Verletzung desselben sahen sie einen Aktruchloser Schlechtigkeit und Gotteslästerung. Bei diesem Zustandeder Dinge darf man sich nicht wundern, daß, wenn es der Fürstmanchmal schon schwer fand, dem Bündnisse einiger großen Adligenzu widerstehen, er es noch schwerer finden mußte, der vereinigtenKraft der Geistlichkeit seines Landes, die durch die Geistlichkeit derbenachbarten Länder unterstützt wurde, Widerstand zu leisten.Unter solchen Umständen ist nicht das ein Wunder, daß der Fürst