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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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sogenannten Konsistorialpfründcn der gallikanischen Kirche Personenzu präsentiren.

Seit der Errichtung der pragmatischen Sanktion und des Kon-kordates scheint die französische Geistlichkeit im Allgemeinen wenigerAchtung für die Aussprüchc des päpstlichen Hofes gehabt zu haben,als die Geistlichkeit irgend eines anderen katholischen Landes. Inallen Streitigkeiten, die ihr Staatsoberhaupt mit dem Papste hatte,ergriffen sie fast immer die Partei des Ersteren. Diese Unabhängig-keit des französischen Klerus vom römischen Hofe scheint vornehmlichihren Grund in der pragmatischen Sanktion und im Konkordat ge-habt zu haben. In den früheren Perioden der Monarchie war diefranzösische Geistlichkeit dem Papste wohl ebenso zugethan gewesen,als die Geistlichkeit irgend eines anderen Landes. Als Robert, derzweite Fürst aus dem Kapctingischen Geschlechte, höchst ungerechterWeise von dem Papste in den Bann gethan worden war, warfenseine eigenen Bedienten, wie es heißt, die Speisen, die von seinerTafel kamen, vor die Hunde, und weigerten sich, das Mindeste vondem zu kosten, was durch die Berührung des bannbeladcncn Fürsten verunreinigt worden war. So zu handeln lehrte ihnen, wie manwohl annehmen darf, die Geistlichkeit seines eigenen Landes.

Auf diese Weise wurde der Anspruch, die großen Kirchcnpfrün-den zu vergebet:, ein Anspruch, zu dessen Vertheidigung der römischeHos oft die Throne der größten christlichen Reiche erschüttert undmanchmal sogar umgestürzt hatte, schon vor der Zeit der Reforma-tion in vielen Theilen Europa'S entweder eingeschränkt oder mvdifi-cirt oder völlig ausgegeben. In dem Maaße aber, als die Geist-lichkeit ihren Einfluß auf das Volk schwinden sah, wuchs auch derEinfluß des Staates auf die Geistlichkeit. Diese hatte also vonnun an weniger Macht und weniger Neigung, den Staat zu beun-ruhigen.

Bis zu diesem Grade war das Ansehen der römischen Kirchegesunken, als die die Reformation hervorrufenden Streitigkeiten inDeutschland ihren Anfang nahmen und sich bald durch das übrigeEuropa verbreiteten. Die neuen Lehren wurden überall von demVolke mit großem Beifall aufgenommen und mit jenem schwärme-rischen Eifer weiter getragen, der fast immer den Partcigeist belebt,