Bewegung.
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u. s. w." Daraus erhellt nun deutlich genug, daß kal-tes Wasser zusammenhängender und zur Bewegungträger als warmes ist. Es ist dies auch ganz natürlich,weil die Wärme alle Körper, folglich auch das Wasser,in einen größern Raum ausdehnt, mithin lockerermacht.
Die Hindernisse, welche von der Beschaffenheitder Strombetten herrühren, und der Zusammenhangdes Wassers mit diesen Betten, sehen der Beschleuni-gung der Schwere Grenzen. Indem die Geschwin-digkeit zunimmt, vermehrt sich auch der Widerstand,und wenn dieser der beschleunigenden Kraft gleich ist, sokann offenbar die Geschwindigkeit nicht mehr wachsen.Wenn sich daher das Wasser gleichförmig bewegt, so istder Widerstand, den es erleidet, seiner beschleunigendenKraft gleich. DerglcichungStafeln, die von den Re-sultaten aus Versuchen, und nach der Theorie über diegleichförmige Bewegung des Wassers, entworfen wur-den, wie sie sich, z. B. bey Büat im 8ten Kapitelbefinden, zeigen eine sehr gute Uebereinstimmung der be-rechneten Geschwindigkeit mit der beobachteten.
Ueberall, wo wir das Wasser in offenen Strömenantreffen, haben diese Ströme eine Neigung untermHorizont, und wenn das Wasser auch in Röhren fließt/so wird eö doch wenigstens durch einen Druck deö höhernWassere in einem Behälter fortgetrieben. Die Strö-me fließen eben so, als wenn sie auf einer geneigtenEbene hinliefen, die mit der Stromflächc einerley Nei-gung hätte. Kanäle und Röhren, die aus einemstehenden Wasserbehälter ihren Zufluß erhalten, könneneben so als Ströme betrachtet werden, deren geneigteFläche so lang als die Röhre ist, unh so hoch als dasWasser im Behälter über dem Ausfluß der Röhre erha-ben steht, wenn man vorher die der Geschwindigkeit zu-gehörige Höhe abgezogen hätte. Dies letztere recht zuverstehen bemerke man, daß wir die Ströme schon aufeiner geneigten Ebene in Bewegung antreffen, ohnedaß ein Wasserbehälter in Betracht kömmt; wenn aber