Band 
Erster Theil. A-D.
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Bewegung.

auö einem stehenden Gewässer Kanäle oder Röhrenabgeleitet werden, so ist immer ein Druck nöthig, diewirkliche Geschwindigkeit schon hervorzubringen, unddieser Druck kann nicht angesehen werden, als oberdas Wasser noch ferner zu beschleunigen vermöchte. Wennz. B. ein offener Kanal mit einem großen Waffcrhältervereinigt ist, so wird nahe am Vereinigungspunkte dasWasser im Behälter höher, als im Kanale seyn. Al-lein diese größere Höhe des Behälters, wodurch die Ge-schwindigkeit hervorgebracht ist, kömmt bey der Nei-gung oder dem Abhänge des Kanale, d. i. der strömen-den Wasserfläche selbst, gar nicht in Betracht, sondernblos der Sinus ihres Neigungswinkels, welcher ihr A b-hang heißt. Bey Röhren kann man diesen Abhangnun nicht andere bestimmen, als wenn man von derganzen Waffcrhöhe zuvor die Geschwindigkeitshöhe àzicht, und den Rest mit der Röhrenlänge dividirt. DieNeigung der Srromflächc- als die Neigung einer festenEbene anzusehen, auf welcher der Strom fließt, istfreylich ein Postulakum, das nicht ein Jeder so unbedingtzugeben wird, welches aber gewiß mehr Wahrscheinlich-keit hat, als die sonst gewöhnliche Theorie, bey welcher dieNeigung des Grundbcttes als eine solche Ebene angesehenwird, obgleich diese lctztern Dinge so wenig in Verbin-dung stehen, daß nicht selten der Strom in Westenfließt, wenn sein Bette gegen Osten sich neigt.

Das Wasser muß auf einer geneigten Ebene be-schleunigt werden, eben so wie feste Körper. müs-sen also alle fließenden Wasser mit beschleunigterBewegung strömen. Wenn wir demnach strömendeWasser in gleichförmiger Bewegung antreffen, so dür-fen wir schließen, daß der beschleunigenden Kraft wider-standen werde, und daß Widerstand der Bewegung undbeschleunigende Kraft einander gleich seyn müssen.

Uni die Gesetze der Bewegung des Wassers zu be-obachten, muß man sich an kleine Massen machen, eheman diese Beobachtungen an größer» Massen, j. B. inFlüssen anstellt. Kleinere Massen sind auch, deren