Bewegung.
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e in Körper erhält durch den Fall von einer Höhe eineGeschwindigkeit, mit welcher er in der Zeit des Fal-lens einen Weg, doppelt so groß, als die Fallhöhe,gleichförmig zurücklegen kann.
Es werde z. B. in einem r; Fuß hohen Behältereine Oeffnung mit einem so bestimmten Durchmcss.r an-gebracht, daß die über derselben sich befindende Was-sersäule io Pfund schwer sey. Diese Wassersäule alleinwürde in einer Sekunde ganz durch die Oeffnung schie-ßen, aber so schießen wirklich in einer Sekunde beinahe20 Pfund hindurch. Die Ursache hiervon ist diese.Die Wassersäule allein, außer allem Zusammenhang mitdem übrigen Wasser gedacht, würde durch die reine Wir-kung der Schwere eben so in einer Sekunde herabfallen,alo eine solide Masse; aber unterhalb der Oeffnungwürde sie sich freylich auf die erzählte Weise auscinan,der reißen. Allein nun wirkt auch außer dieser Schwerenoch eine zweyte Kraft auf die Wassersäule, nämlichder Druck des sie umgebenden Wassers in dem Behäl-ter. Dieser Druck ist nach hydrostatischen Gründen derSchwere eben dieser Wass rsäi.lc gleich. So wie dieWassersäule durch das Loch durchzuschießen anfängt, sopreßt das sie umgebende Wasser auf alle niederwärtsschlüpfende Theile Derselben mit eben der Kraft, mitwelcher es bis dahin die ruhende Säule an ihrer Stelleerhielt. Begreifiich kann keine solche Wassersäule, sowie sie über der Oeffnung sieht, durch diese Oeffnungfallen, sondern immer andere und andere Theile ergießensich hindurch, die bis dahin nicht dieser Wassersäule an-gehörten.
Wenn daö Wasser durch Kunst in Bewegung ge-bracht werden soll, so zeigen sich da wirklich noch man-cherley Unvollkommenheiten. Nur selten kann mandas Wasser durch kleine Oeffnungen aus großen Behäl-tern fortleiten, ohne ihm seinen Weg durch lange Röh-ren anzuweisen, in welchen es durch die Friktion unddurch die An klebrig keil gar sehr aufgehalten wird.Freylich wird die Friktion desto geringer, je weiter diese