Band 
Erster Theil. A-D.
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Druckwerke. 92z

nöthig, als man sonst gebrauchte; allein jeder Kolbenwird doch nur die Hälfte desselben Drucke auszustehenhaben, welchen er sonst aushalten müßte. Allerdingswird dadurch wohl die Friktion vermehrt; der darausentstehende Nachtheil ist aber nicht so beträchtlich, alsder Vortheil, den man von dem hinlänglich großenDurchmesser der Röhren zu hoffen hat.

Aue den obigen Sätzen erhellt demnach erstlich soviel, daß, wenn ein Stiefel und eineSreigröhre vor-handen sind, diese einander gleich seyn müssen. Diemeisten Druckwerke haben aber den Fehler, daß derDurchmesser der Steigröhre kleiner ist, als der Durch»Messer des Stiefels. Daraus entsteht nun folgendesHinderniß. Das Wasser, welches durch den Kolbenaus dem Stiefel in die Steigröhre getrieben wird, nimmtin derselben nothwendig eben so vielen Raum ein, als indem Stiefel. Ist nun die Steigröhre enger, so mußdas Wasser höher steigen, ldav heißt, es muß sich ge-schwinder bewegen. Zu einer geschwindrrn Bewegungaber gehört mehr Kraft; deswegen muß auch die Kol-benstange hier mehr Gewalt ausüben, um das Wasser zuheben, als wenn die Durchmesser gleich sind. Hat dieMaschine zwey Stiefel, die wechselsweise wirken, sodarf die Steigröhre nur so weit seyn, als einer von denbeyden Stiefeln; denn nur einer hebt das Wasser zu derZeit, in welcher der andere das Wasser aus der Saug»röhre bekömmt. Sind endlich mehrere Stiefel vorhan-den , so muß der Durchschnitt der Saugröhre so großseyn, als die Summe der Durchschnitte aller der Stie-sel, die das Wasser zugleich heben.

Wir wissen, daß man, um die Gewalt zu finden,womit das Wasser in der Steigröhre auf den Kolbendrückt, die mittlere Stelle zwischen dem höchsten undtiefsten Stande dee Kolbens aufsuchen, über dieserStelle die vertikale Erhöhung der Ausgußrinne messen,und das Gewicht einer Wassersäule, deren Höhe iene