Band 
Zweiter Theil. E-J.
Seite
256
JPEG-Download
 

L56

Feuerspritzen

Ueber die Wirkungsart der Feuerspritzenim Allgemeinen, über die zweckmäßigeEinrichtung ihrer einzelnen Theile^ undüber die Prüfung und Angabe neuerFeuerspritzen.

Daß das Feuer durch'« Wasser gelöscht wird,weiß Jeder. Aber wie dies zugehe, davon haben wohldie meisten Menschen unrichtige Vorstellungen. Vieleglaubten, das Wasser überziehe den brennenden Kör-per wie mit einem Futterale, benehme ihm dadurchden Zugang der äußern Luft, und da ein Körper ohneLuft nicht brennen kann, so erlösche die Flamme.Deswegen meinten sie auch, baß ein flüssiger zähererKörper, als Milch u. dgl., mehr zur Löschung bei,trage, ale Wasser.

Wahr ist es nun allerdings, daß ohne Mithülfegehöriger Luft keine Flamme entstehen oder fortdauernkann, und daß durch eine Scheidewand, die von denbrennenden Theilen den Zutritt der Luft abhält, derFlamme Schranken gesetzt werden müssen; allein zueinem solchen Löschmittel ist nicht blos ein flüssiger Kör-per allein anwendbar, sondern auch mit Sande undErde kann man eben so gut löschen als mit Wasser, wiedies gewöhnlich in brennenden Haiden geschieht, und dannträgt auch der Umstand viel mit zum Löschen bei, daßein kälterer Körper in Flamme und Glukh stürzt, daßso die Feuerthcile in die kältern Körper plötzlich über,gehen, und auf diese Art den Brand verlassen.

Die erste Regel, welche hieraus folgt, ist diese«Spritzen, die bei jedem Hübe viel Wasserin'e Feuer gießen, sind denen vorzuziehen,die weniger ausgießen. Denn je mehr Wassermit jedem Wurfe in'e Feuer gegossen wird, desto mehrMasse ist da, in welche die Feuerthcile übergehen, undwelche die brennenden Sachen vor dem Zutritte derLuft verwahrt.